Wind und Wetter zum Trotz – unser Cleanup in Stuttgart-West

Letzten Sonntag war es wieder Zeit für einen gemeinsamen Cleanup, diesmal am Moltkeplatz in Stuttgart-West. Wer den Moltkeplatz kennt, weiß, dass er prädestiniert zum Shoppen, Erledigen, Abhängen, Spielen, Sporteln, Leben…und damit leider auch für viel, viel, viel Müll ist. Diese Gleichung, zentralen Orte unseres Zusammenlebens = Müllhalden, überrascht wohl kaum jemanden hier. Doch AKZEPTIEREN müssen wir das noch lange nicht.

Cleanups sind eine Form des Protests gegen solche Missstände. Und es freut uns immer wieder zu sehen, dass wir mit unserer Mission nicht alleine sind. Denn obwohl ein großes Unwetter angekündigt war und wir dadurch auch kurzfristig früher starten mussten, waren wieder viele fleißige und engagierte Mitstreiter mit am Start! 28 große und kleine Paar Hände haben säckeweise Müll aus dem Gebüschen, den Windfängen und vom Spielplatz gesammelt. Dabei war der Wind tatsächlich eine große Herausforderung und hat dafür gesorgt, dass manch eine Kippe mehrfach eingefangen werden musste…

Doch so leicht haben wir nicht locker gelassen! Nachdem wir ein paar Mal dem Equipment hinterherrennen mussten war schnell eine windfeste Strategie entwickelt und wir gingen weiter unserer Mission nach. Wäre ja gelacht gewesen! 🙂

Man würde ja meinen, dass bei solchen Windverhältnissen aller Müll weggeblasen werden würde (naja, bis auf die endlos vielen Glasflaschen…). Aber neben den Windfängen in Kuhlen und hinter Büschen, gibt es leider auch noch ganz andere Müllfänger, oder genauer gesagt: Kippenfänger.

Jede und jeder, der mal bei einem Cleanup mitgemacht hat kennt sie: die Rillen und Ritzen zwischen Pflastersteinen, an Häuserfronten und ja, an Gullideckeln oder Bodengittern. Nicht nur, dass die Kehrmaschinen hier nicht hin kommen, nein, gerade Gullis und Gitter sind bevorzugte Orte für Raucher um sich der lästigen Überreste ihres Genusses zu entledigen. Und wenn sie nicht vom nächsten Regen in die Kanalisation gespült werden (und dort tausende Liter Wasser verschmutzen), dann hängen sie auf unbestimmte Zeit eben genau dort: in den Ritzen und Rillen. Ein Anblick, den man sich wirklich sparen könnte, ganz zu schweigen von den Folgen für Grund und Boden.

Aufräumen ist keine Lösung für dieses Problem. Cleanups sind schließlich auch kein Ersatz für die Stadtreinigung oder eine Wiedergutmachung schlechter Umgangsformen. Wie schon oben gesagt: Cleanups sind eine Form des Protests gegen die respektlose Vermüllung. Cleanups motivieren auch tiefgreifendere Veränderungen voranzutreiben. Im Kontext zum Kippenproblem gibt es verschiedene Ansätze: Kippenpfand, Strafen für achtloses Wegschmeißen, Kippenfilter aus Papier… Eins ist klar: Es wird wohl verschiedene und auch tiefgreifende Ansätze brauchen, um endlich einen systematischen Wandel in den Köpfen herbeizuführen. Und wir alle können dazu beitragen!

Wie? Redet mit euren Mitmenschen, macht euch stark gegen die allgemeine Vermüllung, unterstützt (lokale) Initiativen und seid Vorbilder. Wenn ihr euch mehr für das Cleanup Network engagieren wollt, schickt uns gern eine E-Mail, wir können immer Verstärkung brauchen. Und wenn ihr einfach (wieder) bei einem Cleanup mitmachen wollt, dann markiert euch den 19. März 2022 in euren Kalendern. Dann ist Forest Cleanup Day in Baden-Württemberg und wir werden auch eine Aktion dazu beitragen. Mehr Infos erhaltet ihr bald hier, auf Facebook und Instagram. Wir freuen uns auf euch!

 

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