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Cleanup Wiesbaden säubert das Rheinufer und wird Netzwerkpartner

Cleanup Wiesbaden wird unser Netzwerkpartner! Darüber freuen wir uns riesig, denn das bundesweite Netzwerk wird immer dichter. Herzlich willkommen im Netzwerk! Das Interview habe ich mit Tanja geführt.

Wie kam es zu dem Projekt „Cleanup Wiesbaden“?

Tanja: Nachdem wir, Tanja und Tim, 2018 am RhineCleanup teilgenommen haben, war uns klar, dass so ein jährlicher Aktionstag sicherlich hilfreich ist, um ein Bewusstsein für das Müllproblem zu wecken. Einen wirklichen Effekt wird aber ein jährlicher Cleanup mit Blick auf den Müll am und im Rhein nicht bringen. Daher haben wir uns zunächst entschieden, in unserer Freizeit alleine oder zu zweit Müll am Wiesbadener Rhein zu sammeln. Anfang 2019 übernahm Tanja von der ELW, den Wiesbadener Entsorgungsbetrieben, eine Patenschaft für den Rheinabschnitt in Wiesbaden Biebrich. Die ELW stellte Mülltüten, Handschuhe und Greifer zur Verfügung. So entstand der Plan „CleanupWiesbaden“ ins Leben zu rufen.

Wer organisiert die Cleanups und wer beteiligt sich daran?

Cleanup Wiesbaden River Cleanup Rhein

Zu den monatlichen Treffen laden wir einen relativ großen Verteilerkreis per E-Mail ein, nachdem wir die Termine und Treffpunkte festgelegt haben. Wir bringen Müllsäcke, Greifer und Eimer mit und haben mit der ELW, gerade für größere Mengen Müll, den Abtransport organisiert. Inzwischen hat sich aus den ersten Treffen eine kleine Gruppe, in der alle Altersklassen vertreten sind, entwickelt, die sich immer wieder an den Cleanups beteiligt; es kommen aber auch oft neue Leute dazu oder Passanten helfen mit. Wir freuen uns über jede helfende Hand!

Gibt es schon eine nächste Putzaktion?

Tanja: Wir organisieren inzwischen jeden ersten Sonntag im Monat zwischen 10:00 und 12:00 Uhr einen Cleanup am Rhein in Wiesbaden-Biebrich am Muschelstrand. Daneben treffen wir uns aber auch zu weiteren Cleanups in anderen Stadtteilen, über die wir auf Instagram und Facebook sowie über den Email-Verteiler informieren.
Geplante nächste Termine sind der 27.6.2020 gemeinsam mit der Whale and Dolphin Conservation (WDC) ab ca. 11 Uhr und wie immer am 1. Sonntag im Juli, den 05.07.20 zwischen 10 und 12 Uhr.

Was würdest du dir von der Stadt Wiesbaden besonders hinsichtlich der Vermüllung wünschen?

Tanja: Die Regelung der Zuständigkeiten war immer ein großes Problem in der Stadt. Die Leerung der öffentlichen Mülleimer wurden durch die ELW, also die Entsorgungsbetriebe der Stadt Wiesbaden, dem Grünflächenamt oder weiteren Stellen übernommen. Seit Mai 2020 ist die Entsorgung endlich in einer Hand: Die ELW ist für alle Mülleimerleerungen und das Sauberhalten der Stadt (am Rhein die Uferbereiche, jedoch nicht das Flussbett) zuständig. Dieses Problem ist glücklicher Weise gelöst worden!
Ansonsten sind regelmäßige Leerungen der öffentlichen Mülleimer in den Stadtteilen wichtig. Hier wurde im Rahmen der Zunahme des Mülls während der Pandemie einiges gemacht, trotzdem sind die Leerungen noch ausbaufähig.

Wünschst du dir Unterstützung von der Stadt Wiesbaden?

Tanja: Bisher hat uns die ELW im Wesentlichen mit Material (Greifer, Mülltüten) unterstützt. Ebenso hilft uns die Abholung des Mülls durch die ELW an speziellen Abholpunkten. Wir suchen weiter das Gespräch mit der ELW um bspw. weitere Abholpunkte festzulegen oder den Ursprung bestimmten Mülls zu klären. Auch ist die Reinigung des Flussbettes nicht klar geregelt, dies möchten wir ebenfalls gerne thematisieren.
Wir wünschen uns Unterstützung der Stadt bei weiteren Projekten. Wir planen eine Aktion zur Aufklärung der Umweltverschmutzung durch Zigarettenkippen. Hier kann Aufklärung helfen die Verschmutzung zu verringern. In der Regel reagiert die Stadt ja erst mit Maßnahmen wenn Missstände auffallen. Die Menschen sind für den Zustand verantwortlich und sollten sensibilisiert werden, damit sie ihr Verhalten ändern. Ein schwieriger und langwieriger Prozess, den aber vielleicht auch die Stadt intensiver mit Aktionen unterstützen könnte. Das wird unser nächstes Projekt, bei dem jede Idee und Hilfe willkommen ist.

Wie kann man alle Gesellschaftsschichten für dieses Thema begeistern?

Tanja: Der wohl wichtigste Punkt, um die Gesellschaft für die Thematik und eine aktive Teilnahme an Cleanups und -was noch besser wäre- zur Vermeidung und der sachgerechten Entsorgung von Müll zu begeistern, ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Aktionen wie „RheinKippen, Rhine Cleanupday und River Cleanup World” und die Zusammenarbeit mit großen Organisationen wie dem Whale and Dolphin Conservation tragen dazu bei, das Gesamtproblem vor Augen zu führen. Eine einzelne weggeschmissene Kippe mag für einen Raucher vielleicht unbedeutend erscheinen. Erschreckend wird es erst, wenn man sieht, welche Mengen an Kippen an einem Kilometer Uferpromenade gesammelt werden und man sich dann vorstellt, wie viele Liter Wasser durch das Einsammeln vor einer Verschmutzung gerettet wurden. Solche Fakten regen zum Nachdenken an.

Was ist das Kurioseste, was ihr bisher gefunden habt?

Tanja: Kuriositäten gibt es immer viele: BHs, alte Fotoapparate, eine Außenklimaanlage, Handys… Kurios ist für uns eher die Masse ungewöhnlicher Dinge wie Rasierklingen und Damenhygieneartikel die regelmässig am km502 oder am Muschelstrand, km503, in Biebrich angeschwemmt werden. Oder auch die Massen von Q-Tips Stäbchen in allen Farben. Da fragen wir uns schon lange wie diese Mengen an Sanitärmüll in den Rhein kommt. Bisher konnten wir leider noch keinen Verursacher ermitteln. Falls jemand Ideen hat, gerne per Mail an uns!

Hast du Ideen, wie man das Müllproblem an der Wurzel packen kann?

Tanja: Hier sollte man auf verschiedenen Ebenen ansetzen. Die erste ist die Bewusstseinsebene. Als ersten Teilschritt sollten die Menschen erkennen, dass wir ein echtes Müllproblem auf unserem Planeten haben. Erst wenn einem das bewusst ist, kann der zweite Teil kommen: ich kann das ändern!

Hier beginnt dann die Handlungsebene. Wir als konsumierende Masse haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die (Kreislauf-)Wirtschaft:

  • Durch mein Verhalten beim Einkauf –> Einwegverpackungen vermeiden, regional, saisonal und bedarfsorientiert kaufen.
  • Durch mein Verhalten beim Entsorgen –> Müll in trennen und in den dafür vorgesehenen Mülltonnen entsorgen oder sogar wiederverwerten
  • Durch mein Verhalten in der Natur I –> Nichts wegwerfen!!!
  • Durch mein Verhalten in der Natur II –> Sich nicht nur wundern und darüber aufregen wie viel Müll in der Natur liegt, sondern ihn einfach einsammeln und entsorgen. Automatisch zieht man Blicke auf sich und wird zum Vorbild! Und man fühlt sich gut!
Es ist zwar nicht mein Müll, aber mein Planet!Klicken zum Tweeten

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

Tanja: Schön, dass ihr auf dieser Seite gelandet seid! Jetzt kann es losgehen, denn jede*r kann was tun, jederzeit, überall! Jeder kleine Schritt, jedes Teilchen Müll, jede Tüte Müll, die ihr einsammelt verhindert, dass die Umwelt darunter leidet und vor allem Tiere daran verenden können! Falls Ihr in Wiesbaden oder Umgebung wohnt, kommt gerne vorbei: Jeden ersten Sonntag im Monat um 10 Uhr in Biebrich am Muschelstrand vor dem Schloss. er Ozean beginnt hier! Stay Tuned – Never give up!


Vielen Dank, Tanja, für euer Engagement. Wir werden immer mehr und sind bald in allen Bundesländern vertreten. Wir freuen uns Cleanup Wiesbaden an Board zu haben und freuen uns auf die gemeinsamen Aktionen!

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Fluss, Wiesbaden


Thomas Venugopal

Thomas Venugopal

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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