le compas 212 frankreich stuttgart

Grenzenloser Einsatz: Wie “Les Compas 212” sich für Umwelt und Mensch einsetzen

Der Sommer 2020 verlief wohl für uns alle anders als geplant. Wir wollten in ferne Länder reisen, auf Festivals tanzen, Freunde und Familie sehen, Hochzeiten feiern und unbesorgt das schöne Wetter genießen. Übers Wetter konnten wir uns zwar nicht beklagen, aber manch anderer Plan viel leider aus. So ging es auch der Pfadfindergruppe Les Compas 212 aus Dijon in Frankreich. Wie jeden Sommer wollten sie ihre Sommerferien für freiwillige Projekte nutzen. Dieses Jahr hatten sie etwas besonderes vor: Klimafreundlich mit dem Zug nach Rumänien reisen und dort gemeinsam mit dem Verein Emmaus sich für Obdachlose und benachteiligte Menschen einsetzen. Während der mehrtägigen Reise hatten sie Stopps mit Umwelt-Aktionen geplant, wie auch mit dem Cleanup Network in Stuttgart. Unser gemeinsamer Plan: Ein Cleanwalk durch die Grünanlagen Stuttgarts.

Die Reise und damit auch der Cleanwalk mussten leider aufs nächste Jahr verschoben werden. Kennenlernen könnt ihr die 5 Mitglieder von Le Combos 212 aber schon jetzt. Sarah spricht super deutsch und gibt uns einen Einblick, wie sich junge Menschen in Frankreich für ihre Mitmenschen und die Umwelt stark machen.

Das Team von Les Compas 212

Wir sind eine Pfadfindergruppe von 5 Jungendlichen zwischen 19 und 21 Jahren: Sarah, Camille, Yann, Laurent und Auregan. Wir kommen aus Dijon in Frankreich und setzen uns in unserer Freizeit stark für die Umwelt ein, auch wenn wir nicht als Pfadfinder unterwegs sind.

Mülltrennung, Verzicht auf Plastiktüten und -verpackungen sowie saisonales Obst und Gemüse sind vor allem für Sarah und Camille wichtig. Camille ist zudem quasi Vegetarierin und ist fast ausschließlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Auch Yann springt am liebsten auf sein Fahrrad um sich fortzubewegen. Für Laurent steht “greenwashing” auf der roten Liste. Er hütet sich vor Firmen, die in der Öffentlichkeit ein grünes Bild abgeben wollen, aber eigentlich nicht genug für die Umwelt tun. Auch Parteien, die nur leere umweltfreundliche Versprechungen machen um mehr Wählerstimmen zu kriegen behaltet er im Auge. Auregan hat ihren Fleischkonsum auch stark reduziert und bloggt in einer umweltfreundlichen Community. Als Pfadfinderin ist sie für Themen Erziehung und Sensibilisierung zuständig.

le compas 212 gruppenbild cleanup

Der Umweltschutz mit den Pfadfinder

Der Ökologischer Wandel war Fokus der Hauptversammlung im letzten Jahr (2019). Wir Pfadfinder sind sehr naturverbunden und organisieren viele Aktionen um unsere Mitmenschen für die Umwelt zu sensibilisieren. Dazu gehören auch Experimente für Erwachsene.

Wir haben schon verschiedene Projekte zusammen realisiert :

  • ein solidarisches Essen mit den Migranten in Dijon (Dezember 2018)
  • Unterstützung des Vereins ,,Emmaüs” in Saint-Gaudens bei ihrem Einsatz für benachteiligte Menschen und Obdachlosen (Sommerlager 2018)
  • Freiwilligenarbeit bei einer mittelalterlichen Messe in Souvigny (Sommerlager 2019)
  • Unterstützung  2 verschiedener Vereine: ,,l’écluse de la charme” in Saint-Victor-sur-Ouche (neben Dijon) und ,,Secours Populaire” in Dijon zur Bekämpfung der Armut und der Ausgrenzung in Frankreich (Sommerlager 2020)

cleanup in frankreich

Der eigentliche Plan für 2020: Einsatz für benachteiligte Menschen in Rumänien

Ursprünglich wollten wir diesen Sommer nach Rumänien fahren, um dem dortigen Verein ,,Emmaüs” bei ihrer Arbeit für benachteiligte Menschen und Obdachlosen zu helfen. Unser erstes Lager mit dem Verein hatte uns sehr gefallen, deswegen wollten wir die Erfahrung erneuern, aber diesmal in Osteuropa. Wir hatten vor, an einem Projekt für ökologische und solidarische Landwirtschaft mitzuarbeiten. Wir wollten aber nicht fliegen, weil das inkonsequent mit einem ökologischen Projekt wäre, und die Umwelt ist uns sehr wichtig. Wir wollten auch, dass die Fahrt ein Teil der Reise ist. Wir wollten also mit dem Bus fahren und in mehreren europäischen Städten halten, wie Straßburg (Frankreich), Wien (Österreich), Budapest (Ungarn), Bukarest (Rumänien). In jeder Stadt planten wir ein kleines ökologisches Projekt. Auch in Stuttgart hatten wir mit dem Cleanup Network einen Cleanwalk geplant: ein wanderndes Cleanup quasi.

Wegen der aktuellen Corona-Krise haben wir es besser gefunden, das Projekt zum nächsten Jahr zu verschieben. Stattdessen haben wir die lokaleren Projekte in Dijon unterstützt. Wenn alles gut läuft, kommen wir nächstes Jahr in Stuttgart vorbei und holen den Cleanwalk mit dem Cleanup Network nach!

 

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Frankreich, Stuttgart