Clean-up Potsdam-Bornstedt wird Netzwerkpartner

Cleanup Potsdam Andrea Lütkewitz

Für das Netzwerk ist es unerheblich, ob eine Initiative 4.000 oder 40 Mitglieder hat. Wichtig ist, dass diese Menschen in ihrem Mikrokosmos oder sogar darüber hinaus einen Wissenstransfer vollziehen. Soll heißen: wer mit seinen Freunden und seiner Familie über das Thema Nachhaltigkeit spricht und sich auch Wissen angeeignet hat, steht in der Position, etwas bewirken zu können.

Wie kam es zu der Initiative „Clean-up Potsdam-Bornstedt“?

Andrea Lütkewitz: Die Initiative habe ich zunächst allein ergriffen. Ich wohne in einem stark wachsenden Stadtteil von Potsdam, in dem sehr viele neue Wohnungen, Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten entstehen und der Autoverkehr rasant zunimmt. Leider kam mit den Baustellen und der wachsenden Einwohnerschaft auch der Müll auf die Straße und in die Grünflächen und seltsamerweise sogar zum Beispiel in Form von Planen und Plastikstrippen in die Bäume! Ich habe mich schon monatelang daran gestört, nicht nur, weil es unschön ist, sondern auch, weil es hier viele Wildtiere gibt, die darunter leiden. Irgendwann habe ich nach der Arbeit Handschuhe und Müllsäcke geschnappt und bin in meiner Nachbarschaft sammeln gegangen. Drei große Säcke kamen zusammen. Das habe ich bei Instagram gepostet und dann wurde es ein Selbstläufer, weil die Reaktionen positiv waren und viele andere angeboten haben, mitzuhelfen. Jetzt gibt es einen ersten Termin zum gemeinsamen Müllsammeln am 6. Juli.

Wer organisiert die Veranstaltung und wer ist die Zielgruppe?

Puzzleteile Netzwerk Gesellschaft

Andrea Lütkewitz: Die Zielgruppe sind die Bornstedter in Potsdams Norden. Jeder ist eingeladen, mitzumachen. Perspektivisch soll es natürlich anstecken. In Potsdam haben sich auch prompt zwei weitere Gruppen in Babelsberg und in der Innenstadt gegründet! Ich würde gern alle sechs Wochen eine Putzaktion durchführen.

Gibt es schon eine nächste Putzaktion?

Andrea Lütkewitz: Die erste Putzaktion ist am 6. Juli. Potsdams Stadtreinigung hat freundlich reagiert und betont, dass die Stadt Potsdam solche Aktionen begrüßt und unterstützt. Der Müll wird nach der Aktion abgeholt und entsorgt.

Mit wem arbeitet ihr zusammen?

Andrea Lütkewitz: Ich arbeite bislang alleine an dem Thema. Aber wie gesagt, gibt es viele Interessenten und vielleicht werden wir in der Planung mit der ersten Aktion mehr.

Wo siehst du die Stadt Potsdam hinsichtlich der Vermüllung in zehn Jahren?

nachhaltig durch müllsammeln

Andrea Lütkewitz: Puh, in zehn Jahren… Potsdam ist eine sehr, sehr grüne Stadt mit hoher Lebensqualität. Ich habe die Hoffnung, dass das Bewusstsein – gerade aktuell auch mit Blick auf den Klimawandel – der Potsdamer noch weiter wächst und Müll entweder vermieden wird, nicht in der Natur landet oder eben eingesammelt wird. Es gibt seit Kurzem zwei Unverpacktläden in der Stadt, das ist toll! Und ich hoffe natürlich auch auf stärkere Reglementierung seitens der europäischen/deutschen Regierung in Sachen Plastikverpackungen. Sie müssen endlich aus den Regalen der Supermärkte verschwinden, Alternativen müssen gefördert werden.

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Wie kann man alle Gesellschaftsschichten für dieses Thema begeistern?

Andrea Lütkewitz: Ich glaube, begeistern kann man nur durch Vorleben/Vormachen. Wenn sich die Menschen in einem sauberen Stadtteil wohlfühlen, wird er auch lebendiger, und das steckt vielleicht an?

Hast du Ideen, wie man das Müllproblem an der Wurzel packen kann?

Gemüse und Obst in Plastikverpackungen

Andrea Lütkewitz: Zum einen weniger Verpackung kaufen. Saisonal kaufen, auf Wochenmärkten einkaufen. Unverpacktläden nutzen. Das geht alles besser, als man denkt. Gebrauchsgegenstände länger nutzen, wenn möglich reparieren. Obst und Gemüse braucht in der Regel keine Plastikverpackung und auch die Brötchen fühlen sich in einer Stofftasche ganz wohl. Aber wir müssen auch alle mehr Druck ausüben, damit die Regierungen Plastikverpackungen zunehmend verbieten.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

Andrea Lütkewitz: Kommt zusammen und gebt der Natur ein bisschen was zurück – das macht das eigene Leben und das anderer schöner. Hebt ab und zu was von der Straße auf. Und habt keine Scham – die meisten Leute finden das super.


Vielen Dank Andrea, dass du diese Initiative ins Lebens gerufen hast und schön, dass du nun mit im Netzwerk bist.

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Berlin, Potsdam, Stadt, Unverpacktladen


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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