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Capri-Sonne möchte sich aus dem EU-Geschäft zurückziehen, da sie ihren Plastikmüll nicht so schnell reduzieren können

Schon 1987 lernte ich in der Schule, dass die Verpackung von Capri-Sonne sehr schädlich für die Umwelt ist. Ich wusste zwar nicht warum, aber ich habe mir das gemerkt.  Ab 2021 könnten jedoch Strohhalme in der gesamten Europäischen Union verboten werden. Der Limonadenhersteller Capri Sun sieht nun sein Geschäft gefährdet. Man benötige mehr Zeit.

Kinder-Getränk mit viel Plastik und viel Zucker

Die Kinder lieben das Getränk. Sie wissen aber auch nicht, was sie damit ihrer Umwelt antun. Mal ganz davon abgesehen, dass das Getränk viel zu viel Zucker enthält. Die Verpackung der Capri-Sonne – der „Standbodenbeutel“ – besteht aus einem Aluminiumverbundstoff. Und nur mit dem separaten extra in Plastik verpackten und angespitzten Strohhalm, kommt man an den süßen Saft. Denn eine von der EU-Kommission vorgeschlagene und vom EU-Parlament bereits angenommene Richtlinie zur „Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt“ zielt auch auf Trinkhalme. Denn die finden sich besonders oft an Stränden am Meer.

EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans, der dem Plastikmüll den Kampf angesagt hat, sagte vor einigen Monaten:

Wenn Kinder wüssten, was sie mit dem Verbrauch von Einweg-Plastikhalmen anrichten, dann würden sie noch einmal nachdenken und Papierhalme nutzen – oder Strohhalme ganz weglassen.

Konkret bedeutet das für Capri-Sonne, dass sie möglicherweise keine Plastik-Trinkhalme mehr mit verkaufen dürfen. Sie sehen ihr Geschäft durch dieses Gesetz bedroht.

Capri-Sonnen-Verpackung überall in der Umwelt

Der Instagram-Account capristreet sammelt Bilder von den Getränkeverpackungen in der Umwelt.

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Capri-Sonne möchte etwas ändern – aber nicht so schnell

Der Gegenvorschlag des Getränke-Herstellers lautet: einen „nicht entfernbaren“ Trinkhalm als „Schlüsselelement in einer endgültigen, vollständig recycelbaren und äußerst umweltfreundlichen Getränkeverpackung zu entwickeln“. Das Ergebnis werde „eines der nachhaltigsten Verpackungsformate der Welt“ sein. Aber: „Hierfür“, so heißt es bei Capri Sun, „benötigen wir allerdings ausreichend Zeit, damit auch die damit in Verbindung stehende Industrie an Entwicklung beteiligt werden kann und Kapazitäten für die Herstellung schaffen kann.“

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Fünf-Punkte-Plan des Bundesumweltministeriums übt Druck aus

Zeitgleich wurde in dieser Woche der Fünf-Punkte-Plan „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ vom Bundesministerium veröffentlicht. Auffällig ist, wie zwar ein Dialog mit dem Handel, nicht aber mit den Herstellern angestrebt wird. Ein Sprecher sagte, dass die Bundesregierung in den Ratsgremien den EU-Richtlinienentwurf zwar „nachdrücklich unterstützt“ aber auch „stets Wert darauf gelegt [habe], dass die vorgesehenen Maßnahmen, insbesondere die Verbote, verhältnismäßig sein müssen.“ Die Kommission habe aber „ausführlich dargelegt, dass auch im Falle von Trinkhalmen zumutbare Alternativen zur Verfügung stehen“.

Fünf-Punkte-Plan Bundesumweltministerium

So kann man nur hoffe, dass sich Capri-Sonne nicht auf die Begriffe „verhältnismäßig“ und „zumutbar“ ausruht und wieder zu viel Zeit verstreichen lässt. Denn sie hatten bereits 30 Jahre, etwas zu ändern.

Warum wird so viel Plastik eingesetzt?

Plastik ist für Unternehmen quasi in allen Bereichen ein Rohstoff für alle Belange.  Es ist günstig, langlebig und vielfältig einsetzbar. Das ist der Grund, warum man Plastik nahezu überall findet: in Kleidung, in Kosmetikartikeln, in Putzschwämmen, Matratzen und vielem mehr. Da es für die Firmen günstiger ist, neues Plastik zu produzieren, wird auch immer mehr Plastik in Umlauf gebracht. Plastik ist eigentlich ein wertvoller Rohstoff. Aber selbst in Deutschland, dem Land der selbsternannten Mülltrenner der Welt, werden nur 36% des Plastikmülls aufbereitet und weiterverarbeitet.

Plastikmüll Produktion auf der Welt

Was meinst du?

Sollte auf Capri-Sun Rücksicht genommen werden oder bist du der Meinung, dass sie genug Zeit hatten, sich darauf vorzubereiten? Lass es uns in den Kommentaren wissen, was du darüber denkst!

Alltag, EU, Plastikfrei, Plastikmuell


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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