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Scheibenwischerwerbung ist oldskool, Umweltverschmutzung und nicht sexy

scheibenwischerwerbung

Wenn man sich etwas mit dem Müll auf den Straßen beschäftigt, bekommt man ein Müllauge. Ein Müllauge ist eigentlich das normale Auge. Das Auge, bevor es Müllblindheit gab. Jetzt herrscht die Müllblindheit vor und man braucht ein Müllauge, um den Müll wieder sehen zu können. Meine Liebste hat auch schon ein Müllauge, glaube ich. Auf jeden Fall sind ihr auch wieder ein paar Dinge aufgefallen, als wir so durch die Straßen schlenderten.

Erst mal Bilder

Fangen wir mal mit ein paar Bildern an, damit jeder weiß, worum es hier geht:

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Critical Mass

Und dann ein Statement

Scheibenwischerwerbung ist oldskool, Umweltverschmutzung und nicht sexy. Und nicht erlaubt.Klicken zum Tweeten

Die Dienstleistungen der Werbenden sind sicher toll, keine Frage! Und der Autohändler will ja auch nur dein Auto kaufen. Doch Scheibenwischerwerbung ist ziemlich oldskool und nicht sexy! Nicht nur das, sie verschmutzt die Umwelt. Und damit haben wir ein Problem. Genauer gesagt gleich Mehrere.

Warum man auf Scheibenwischerwerbung verzichten sollte

  1. 01 Scheibenwischerwerbung ist belästigende Werbung und unzulässig nach § 7 Abs. 1 Satz 1 UWG. Auch Visitenkarten von Autohändlern sowie Geschenkbeutel an den Außenspiegeln fallen darunter. Außerdem: Störung des Besitzes an der betroffenen Sache; Aufdrängen einer Entsorgungsnotwendigkeit; Potenzial einer Beschädigung der betroffenen Sache. Abmahnen kann jedoch nur ein Mitbewerber.
  2. 02 Es stellt eine Umweltverschmutzung dar, die billigend in Kauf genommen wird. Leider haben wir viele Visitenkarten von Autohändlern und Flyer auf dem Boden liegen sehen. Entweder weil Autofahrer sie auf den Boden geschmissen haben, oder weil der Wind sie vor den Wohnungstüren davon getragen hat. Beide Fälle ließen sich durch das Unterlassen solcher Werbeaktivitäten vermeiden.
  3. 03 Es bindet Ressourcen verschiedener Teilnehmer. Wenn sich der Müll von Autohändlern, Flyern und Zeitungen mit dem restlichen wilden Müll an einer Stelle sammelt, muss die Abfallwirtschaft der Stadt ausrücken oder Menschen wie du und ich müssen es wegräumen. Wir sind uns sicher: Marketing ist heutzutage auch ohne solche Methoden möglich – vor allem, wenn es der Umwelt schadet.
  4. 04 Es ist kein gutes Marketing. Wie oben geschrieben, ist diese Werbung unzulässig und stellt eine aufgezwungene Entsorgungstätigkeit dar. Was kann jemand daran gut finden? Das Ziel der Werbung wird so auf jeden Fall nicht erreicht. Oder hat jemand schon mal tatsächlich so sein Auto verkauft?

Mehr Verantwortung bei lokalen Unternehmen

Hier kommt Punkt 3 unseres Masterplans für eine saubere Stadt ins Spiel. Jeder einzelne Unternehmer muss sich in Zukunft darüber Gedanken machen, welche Auswirkungen sein Handeln hat. Das ist kein einmaliges Projekt und dann ist man nachhaltig. Nein, es ist ein Prozess und dieser muss ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags werden. Viele andere junge Unternehmer haben das verstanden und bedienen diese Klientel, dass sich diese Verantwortung von Unternehmen wünscht. Hier muss bei den Alteingesessenen ein Update aufgespielt werden.

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Ein Unternehmen übernimmt Verantwortung

Ich habe die Kunstgalerie der Flyer angeschrieben und Ihnen Möglichkeit zur Stellungnahme angeboten. Ich bekam Antwort von der für die Flyer verantwortlichen Person, die Antwort landete leider in meinem Spamordner und ich habe sie viel zu spät gesehen. Aus diesem Grund habe ich den Artikel aktualisiert (21.08.2018, 20:00 Uhr).

Der Kontakt zur Galerie ist nun hergestellt. Wir haben telefoniert und es wurde beteuert, dass Werbung an den Scheibenwischern keine Absicht sei. Nach Startschwierigkeiten in der Kommunikation konnten wir beide doch mit einem guten Gefühl aus der Sache rausgehen. Denn das Unternehmen hat angeboten, bei sich in Tübingen ein einmaliges Cleanup zu veranstalten. Außerdem möchte das Unternehmen in Zukunft sicherstellen, dass die Austräger der Flyer keine Scheibenwischerwerbung betreiben. Das finden wir vorbildlich – von dieser Einsicht können sich einige Unternehmen eine Scheibe abschneiden. Und natürlich freuen wir uns darauf, über das geplante Cleanup berichten zu dürfen!

Auch die Autofahrer haben Verantwortung

Klar, niemand mag Spam – das ist aufgezwungene Werbung. Und diese hier muss man auch noch selbst entsorgen, da reicht kein Klick auf den Lösch-Button. Ja, das ist sehr nervig. Aber niemand sagt, dass Büsche oder der Kandl (frei aus dem Schwäbischen übersetzt: „Rille zwischen Straße und Gehweg“) eine angemessene Alternative sind. Eine Lösungsweg wäre: schmeißt es in den Müll 😉

Denn es schadet der Umwelt wirklich nachhaltig.

Kennt ihr ähnliche Fälle?

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Masterplan, Papiermüll, Stuttgart, Unternehmen, Werbung


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

Comment

  • Ich habe offensichtlich dasselbe Müllauge wie Du. Jedenfalls habe ich einstmals eine ganze Sammlung dieser kleinen Karten angelegt, von ‚zig Autoverkäufern, viele zusätzlich in Plastik eingeschweiß, damit sie bei Regen nicht aufweichen. Toll! Gemacht habe ich damit noch nichts, weil mir schlicht die Zeit und der Nerv dazu fehlt. Aber toll, dass Du einen angeschrieben und auch Erfolg damit hattest. Was mein Müllauge übrigens auch stört sind die kostenlos ausgelegten Wochenblätter, die oft in Stapeln vor verschlossenen Häusern abgelegt werden und dort nicht selten einfach liegen bleiben und vom Wind verteilt werden. Mit den Verantwortlichen habe ich korrespondiert, aber das war sinnlos. Angeblich sind die Austeiler angehalten, die Wochenblätter NICHT vor verschlossenen Häusern abzulegen, aber sie machen es eben doch. Und wer will es ihnen verdenken, bei dem Mini-Lohn, den sie vermutlich bekommen. Fast alle Häuser in unserem Viertel sind Schließ-Häuser. Da müssten sie weit laufen, wenn sie die nicht bedienen würden …

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