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Stuttgart Marienplatz – so beginnt die Geschichte der Cleanups

cleanup stuttgart

Eines Tages fuhr ich mit meiner besseren Hälfte im 43er-Bus auf dem Weg nach Hause am Marienplatz vorbei. Ich habe absichtlich einen Sitzplatz am Fenster gewählt, um auf den Platz schauen zu können.

Denn wenige Wochen zuvor hat sich das Stadtkind Stuttgart schockiert über die Vermüllung des Platzes gezeigt. Erst kürzlich aus Thailand zurückgekommen, waren wir sowieso sehr für das Thema Müll sensibilisiert. Also gucken!

Liebe Stadtkinder! Gestern hat uns dieser Anblick vom zugemüllten Marienplatz total schockiert 🙊 Habt ihr ähnliche Bilder gemacht? Dann schickt sie uns bitte zu – egal aus welchem Stadtteil!

Gepostet von Stadtkind Stuttgart am Montag, 9. April 2018

Tatsache – Der Platz sah traurig aus

Mich hat der Anblick der Vermüllung, ähnlich wie in Thailand, so erschüttert, dass ich – wie in Thailand auch – entschloss den Platz kurzerhand vom Müll zu befreien. Also nach Hause gefahren, der Liebsten den Plan erklärt, und los! Innerhalb von 1,5h habe ich den kompletten Platz (ohne Grünflächen) vom Müll befreit. Aber nicht nur das. Es war eine Befreiung für mich selbst. Die Erkenntnis, dass ich tatsächlich etwas tun kann. Und zwar direkt vor meiner Haustür. Die Vermüllung findet vor unseren Augen statt, dazu muss man nicht nach Süd-Ost-Asien schauen.

Die Umgebung reagiert

Ich habe ein Video vom sauberen Platz auf Facebook gepostet. Es war ein Statement. Ein erhobener Zeigefinger ist dabei überhaupt nicht nötig – denn den denkt sich jeder selbst dazu 😉

 

Marienplatz gefegt. #cleanup #stuttgart #marienplatz #0711 #easypeasy #stadtkind

Gepostet von Thomas Venugopal am Sonntag, 6. Mai 2018

Liebe wo du lebst

Der Marienplatz in Stuttgart ist eine Sache für sich. Ja, er ist zubetoniert, bequem ist die Treppe nicht wirklich und das mit den Getränken ist so eine Sache. Aber wir halten uns dennoch gerne dort auf.

Wir beleben den Marienplatz, geben ihm ein Gesicht und machen ihn liebenswert. Diesen gilt es zu hegen und zu pflegen. Also tun wir es doch einfach.
marienplatz treppen müll
So sieht der Marienplatz gerne mal nach dem Wochenende aus

Es scheint unbewältigbar

Ist es aber nicht. Bewirkt es etwas, eine Kippe aufzuheben? Jemanden darauf hinweisen, dass er etwas „verloren“ hat? Die Bedienung darauf hinweisen, dass man keinen Strohhalm (aus Plastik) haben möchte? Die Antwort auf alle Fragen ist: Ja, ja, ja und ja. Jeder kann innerhalb seines Mikrokosmos‘ etwas bewirken – von Mensch zu Mensch. Jeder vollzogene Akt im Sinne des Cleanup-Gedankens ist ein Signal an seine Umgebung. Ein Signal an den Raucher, der die Kippe weggeschmissen hat. Ein Signal an die Bedienung, die immer einen Plastikstrohhalm….na, ihr wisst schon.

Es ist machbar

Innerhalb kürzester Zeit haben meine Freunde (❤️) und ich eine Cleanup-Bewegung in Stuttgart in Leben gerufen. Und das nur durch das Aufheben von Müll. Und: durch das Verbreiten unserer Anstrengungen auf allen Kanälen. Denn ein Cleanup ist mehr als nur ein Putzevent. Es sensibilisiert auf effiziente Weise Menschen jeden Alters und jeder Gesellschaftsschicht nachhaltig. Damit die Stadt aber wirklich nachhaltig sauberer wird, sind andere Akteure einer Stadt ebenso gefordert: die lokal ansässigen Unternehmen, die Abfallwirtschaft, die Stadt, die Schulen, die Kitas. Daher gibt es auch einen Masterplan für eine saubere Stadt. Das ist keine wissenschaftliche Abhandlung zur Beseitigung des Müllproblems, sondern durch aufmerksame Beobachtungen zusammengetragene Punkte, die wir als besonders wichtig erachten. Punkte, die einen großen Hebel haben und die nachhaltig zu einem sauberen Stadtbild beitragen.

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Cleanups sind effektiv und nachhaltig

Wer denkt, dass Cleanups nur ein Putzevent sind, denkt zu kurz. Die Helfer, die ehrenamtlich den Müll fremder Menschen in der Öffentlichkeit einsammeln (!), müssen nicht aufgeklärt werden. Sie sind der Teil der Gesellschaft, die bereits aufgewacht sind. Wir haben schlichtweg das Bedürfnis, allen Menschen die Augen zu öffnen. Zu zeigen, wie viel Müll bereits vor unserer Haustüre liegt. Da schwingt schnell ein ermahnender Ton mit. Bei Cleanups räumt man einfach auf. Bei einer Diskussion verhärten sich die Fronten schnell oder es wird abgewiegelt. Cleanups hingegen, habe eine passive Wirkung auf die Betrachter und haben sich als eine besonders nachhaltige Sensibilisierungsmaßnahme erwiesen.

Cleanups sind eine Form von Protest, bei dem du Teil der Lösung bist.

 

Die Geschichte wird fortgesetzt

Dieser Rückenwind und das überwältigende Feedback aus der direkten Umgebung und der Presse haben beflügelt. Das Schöne ist: an einem Cleanup kann man nichts Schlechtes finden. Entweder man macht mit, oder man lässt es. Aber selbst auf die Zuschauer hat ein Cleanup einen nachhaltigen Effekt. Ich habe mich daraufhin dazu entschlossen, einen Teil meiner Freizeit ehrenamtlich für den Umweltschutz aufzuwenden. Konkret: praktizierenden Umweltschutz. Allerdings mit einem wichtigen Zusatz: alle Anstrengungen diesbezüglich sichtbar machen und gezielt streuen. Ich organisiere also Cleanups, poste die Ergebnisse auf Facebook und Instagram  und mache mir meine Erfahrung in Sachen Onlinemarketing zu Nutze. Und das geht nur, weil es aktuell bereits über 100 Weltretter in Stuttgart gibt!

 

Der Blick nach vorn

Ich habe keinen konkreten Weg zu der Vision, die ich vor mir habe (und sicher bald mit euch teilen werde). Vielmehr möchte ich das Ganze organisch wachsen lassen. Das bedeutet: Hier und da schubse ich das Projekt in die richtige Richtung, achte darauf, dass das Ziel immer vor Augen bleibt und alle Spaß dabei haben. 🙂

In diesem Sinne. Happy Cleaning!

Cleanups, Marienplatz, Organisation, Presse, Stadtkind, Stuttgart


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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