Sprung über Abgrund

Umweltschutz mit viel positiver Energie und Leichtigkeit – Sana Mare, oclean und Clean River Project geben Kraft, um zuversichtlich zu bleiben

Ob nun der Autofahrer vor uns seine Zigarette aus dem Fenster wirft oder in Südostasien täglich Unmengen an Plastikmüll in das Meer fliegen. Für einen kurzen Moment verlieren wir alle ab und an den Glauben in die Menschheit. Wichtig ist es jedoch, sich stets daran zu erinnern, dass man mit dem, was man tut, nicht allein ist.

In diesem Artikel berichten euch Sana Mare, oclean und Clean River Project, wie sie mit dem Gefühl der unendlichen Müllflut umgehen, was sie motiviert und welche Erfolge ihnen Kraft geben.

Nur ein paar Tropfen auf dem heißen Stein – Wie geht ihr mit dem Gefühl um, wenn ihr in den Medien seht, dass die Müllflut kein Ende nimmt?

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Sana Mare: „Wir fokussieren uns mehr auf das positive Gefühl, das jeder Tropfen auf dem heißen Stein hinterlässt. Unsere Aktivitäten finden sehr regelmäßig statt und jedes Clean-up erhöht den Counter des gesammelten Mülls. Seit Januar 2020 konnten wir schon über 14 Tonnen Müll in 70 Clean-ups sammeln. Und das ist nur der kleine Tropfen, den wir „geträufelt” haben. Tausende andere Vereine und Initiativen weltweit erzeugen weitere Tropfen. Das gibt uns insgesamt ein sehr gutes Gefühl. Wenngleich natürlich der nachhaltige Effekt von Clean-ups nicht überschätzt werden darf. Naiv sind wir nicht, aber positiv.“

oclean: „Wir kennen das Gefühl sehr gut, dass die Clean Ups, die wir organisieren, nicht das Problem beheben und wir die Stadt und die Gewässer dadurch nicht vom vielen Müll befreien können. Dennoch sorgt jedes Clean Up dafür, dass bei denjenigen, die mitmachen, etwas im Kopf passiert und sich die Sichtweise automatisch ändert.“

Clean River Project: „Uns hilft in diesen Situationen das Wissen, dass die Natur als Gesamtes viel mächtiger ist, als der Mensch es jemals sein könnte. Unsere Existenz ist lediglich ein Wimpernschlag in der gesamten Geschichte der Erde. Wenn man sich diese (Un)Bedeutung hin und wieder bewusst macht, kann man die Dinge mit mehr Leichtigkeit hinnehmen. Außerdem sind Hoffnung und Zuversicht unsere stetigen Begleiter. Und eine positive Grundeinstellung. Wir glauben, dass das der Schlüssel ist, um nicht an dieser Welt zu verzweifeln.“

Was ist eure Motivation, die euch täglich daran erinnert weiter zu machen?

pause, rest, but never give up

Sana Mare: „Wir haben das Ziel weltweit Müllsammel-Aktionen durchzuführen und dabei neben der Umweltverschmutzung auch die Armut zu bekämpfen. Wir sind überzeugt davon, dass Umweltschutz nur mit Armutsbekäpfung gelingen kann. Denn wie der ehemalige Chef des UNEP Klaus Töpfer einmal sagte: „Armut ist das größte Umweltgift“.“

oclean: „Genau wie bei Greta Thunberg, die sich allein hingesetzt hat und sich danach so viele angeschlossen haben, motiviert es uns auch sehr, dass sich immer mehr uns anschließen und wir dadurch nach und nach alle gemeinsam einen Unterschied machen können. All die positiven Nachrichten, die wir erhalten oder wenn wir bei den Clean Ups nett angesprochen werden, motivieren uns weiter zu machen und auch all die Initiativen aus Hamburg, die für die richtigen Werte stehen, geben uns das Gefühl, dass viele schon auf dem richtigen Weg sind.“

Clean River Project: „Wir wollen unsere Zeit auf der Erde mit guten Dingen und einer sinnvollen Aufgabe füllen, die Positives bewirkt. Das eigene Wissen und Können für etwas Gutes zu nutzen, von dem man überzeugt ist, macht Spaß und ist sehr erfüllend.“

Welche vergangenen Erfolge geben euch Kraft und Energie?

frau mit maske feiert erfolg und kraft

Sana Mare: „In unserem ersten Vereinsjahr haben wir es trotz der Corona-Pandemie geschafft unser Ziel von 50 Clean-ups zu erreichen. Dabei haben wir über 11.000 kg Müll gesammelt und ein paar Menschen in Kenia geholfen durch die schwere Phase des Lockdowns zu kommen.“

oclean: „Wir konnten bereits ein großes Netzwerk aufbauen und eine Plattform kreieren, die vielen die Möglichkeit gibt selbst aktiv zu werden. Zu unserem nachhaltigen und eher unkonventionellen Weihnachtsmarkt 2019, als wir noch ganz am Anfang waren, kamen über 1000 Menschen, das war ein sehr erfolgreicher Startschuss für die Reise von oclean. Mittlerweile haben wir über eine Tonne Müll gesammelt und viele dazu bewegt ihren Lifestyle mal ein bisschen zu überdenken.“

Clean River Project: „Wenn andere Menschen uns positives Feedback geben und sich von uns inspirieren lassen, dann motiviert das natürlich. Unsere Schulprojekte erfüllen uns darüber hinaus ebenfalls sehr mit Zuversicht. Die Kinder machen uns viel Mut und Hoffnung, dass wir es schaffen können etwas zu verändern.“

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Motivation, Plastikmuell


Kristina Baum

tinyteenyhands e.V. ist mein Herzensprojekt, denn Kinder sollten schon in jungen Jahren für den Schutz der Natur begeistert werden. Ich studiere Kindheitspädagogik und habe ein Kinderbuch, das die Verschmutzung der Meere thematisiert, geschrieben. Ich freue mich über jede Kontaktaufnahme!

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