Oclean aus Hamburg – Wie drei Schwestern sich für ihre Umwelt einsetzen

Oclean Hamburg Cleanup Müllsammeln

So unterschiedlich die Menschen hinter den Initiativen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Auftritte und die Kommunikation. Die drei Schwestern Hannah, Lena und Marie aus Hamburg gründeten ihre farbenfrohe Initiative Oclean im Jahr 2019. Warum? Na, weil Hamburg von viel Wasser umgeben ist, und bekanntermaßen die Flüsse bis zu 80 % des Plastikmülls in unsere Ozeane transportieren. Oclean wird jetzt unser Netzwerkpartner, wodurch unser Bündnis um eine weitere wertvolle Initiative wächst. Das Interview habe ich mit Hannah geführt.

Wie kam es zu eurem Projekt Oclean?

Es sind die Flüsse, über die 80% des Plastikmülls in die Meere gelangen.Klicken zum Tweeten

Hannah: Als Mitglied bei „One Earth One Ocean„, einem Kieler Verein, der sich für die Säuberung der Meere einsetzt, hatte unser Vater Ende 2018 die Idee was eigenes Nachhaltiges in Hamburg aufzubauen. Nach einigen Recherchen erkannten wir als Familie die Dringlichkeit sich für die Müllreduktion einzusetzen und beschlossen eine gemeinnützige GmbH in Hamburg zu gründen. Finanziell erhalten wir Unterstützung von einer privaten Hamburger Stiftung.

Mit der  oclean gGmbH („ocean“ und „clean“) wollen wir nun zeigen, wie einfach es sein kann seinen persönlichen Beitrag für eine saubere Umwelt zu leisten, in dem wir in ganz Hamburg regelmäßige Aufräumaktionen, sogenannte Cleanups, organisieren, bei denen wir Müll und nebenbei auch Karmapunkte sammeln.

Ganz unter dem Motto ’nordisch for nature‘ möchten wir an den Gewässern vor unserer Haustür dazu beitragen, dass die Plastikflut gar nicht erst den Ozean erreicht. Denn, wie viele nicht wissen, sind es die Flüsse, über die 80 % des Plastikmülls in die Meere gelangen.

Wir, das sind Hannah, Lena und Marie, Schwestern aus Hamburg und Ricarda, unsere langjährige Freundin und Kreations- und Konzept-Verantwortliche.

Wer organisiert die Aufräumaktionen und wert beteiligt sich?

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Hannah: Das Oclean Team besteht bisher aus uns vier Mädels und unseren Eltern. Einige Freunde von uns und Freunde von unseren Eltern sind unterstützend von Anfang dabei, worüber wir sehr dankbar sind. Wir sind alle Oclean, jeder, der mitmacht und das Team wächst und wächst.

Gibt es schon eine nächste Putzaktion?

Hannah: Ja! Der 17.10. abends. Alle weiteren Infos folgen rechtzeitig auf unserer Website, unseren Social Media Kanälen (Facebook, Instagram) und an alle, die sich auf der Website für den E-Mail-Oclean-Letter angemeldet haben.

Was würdest du dir von der Stadt Hamburg besonders hinsichtlich der Vermüllung wünschen?

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Hannah: Wir wollen alle gemeinsam mehr Aufmerksamkeit generieren und den Hamburgern vor Augen halten, wie dreckig einige Ecken hier sind und wie rücksichtslos viele mit ihren Abfällen umgehen. Es sollte mehr Marketing, Guerilla-Aktionen und Aufrufe geben! An vielen Orten fehlen auch Mülleimer, vor allem neben Glascontainern sollte sich die Stadt mal ein Bild machen und handeln.

Wünscht du dir Unterstützung von der Stadt Hamburg?

Hannah: Von der Stadt Hamburg und auch von der Stadtreinigung wünschen wir uns natürlich in Zukunft auch Unterstützung, in Form von Sponsoring und Werbung, sind aber sehr zuversichtlich, dass wir hier alle gemeinsam, auch mit anderen Cleanup-Organisation kooperieren können. Auch im Zuge der Initiative Sauberes Hamburg können wir uns vorstellen bald Synergieeffekte auszutauschen.

Wie kann man alle Gesellschaftsschichten für dieses Thema begeistern?

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Hannah: Das Schöne beim Müllsammeln ist ja, dass es alle gemeinsam machen können. Jede Gesellschaftsschicht, jede Altersgruppe (für unseren älteren Teilnehmer haben wir auch Müllzangen :)) kann mitmachen und dabei sein und wir bringen alle zusammen, die Lust haben sich zumindest ein Mal im Monat für 1-2 Stunden aktiv für die Umwelt einzusetzen.

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Mit unserem offenen, modernen und farbenfrohen Auftritt erreichen wir jetzt schon eine breite Masse, da wir generationsübergreifend auftreten und alle willkommen heißen, die spontan mitmachen möchten. Mit diesem Zeitgeist-Thema zeigen wir auf Augenhöhe, dass Müllsammeln als Community wirklich Spaß machen kann. Man muss nichts dafür können oder wissen, uns geht es darum, dass wir uns alle gemeinsam für eine Welle der Veränderung stark machen.

Was ist das kurioseste, was ihr bisher gefunden habt?

Hannah: Es macht jedes Mal richtig viel Spaß mit seinen Freunden bei einem Feierabendbier bisschen sauber zu machen. Zum Teil finden wir auch sehr kuriose Sachen, über die wir dann alle lachen können. Ein Mal hat Marie im Schanzenpark eine Dreadlock mit Muscheln und Glocken dran gefunden, wo wir uns alle gefragt haben, ob sich jemand die Dreadlock abgeschnitten hat oder ob sie einfach abgefallen ist. Es bleibt spannend, was wir noch alles finden werden, aber es wird mit Sicherheit noch viele Best-of-Funde geben, die wir dann in einer sehr coolen Art und Weise präsentieren werden, wie bleibt noch geheim. 🙂

Hast du Ideen, wie man das Müllproblem an der Wurzel packen kann?

Hannah: Einfach mal anfangen und mit anpacken! Wenn jeder sein Bewusstsein mal ein bisschen schärft, ist schon ganz viel gewonnen. Drüber reden, austauschen und für andere ein Vorbild sein.

Man darf einfach nicht mehr wegsehen und die Stadtreinigung im Kampf gegen die Müllflut alleine lassen. Die Themen Müllsammeln, Müllreduktion, Recycling, Plastikvermeidung und nachhaltige Alternativen sollten feste Bestandteile für alle Menschen im Alltag werden.

Alle müssen hier an einem Strang ziehen und das tun, was in ihrer Macht steht neben all den Verpflichtungen und Terminen, die man heutzutage hat.

Für uns geht es jetzt am Anfang erst mal darum, einfach loszulegen und das Thema Schritt für Schritt zu etablieren. Wir wollen niemanden überfordern oder zu einem weiteren Freizeit-Stress werden, sondern mit unserem Projekt dazu ermutigen nicht mehr nur über Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu diskutieren, sondern einfach mal aktiv werden.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

Hannah: Jeder kann in seiner Freizeit, auf dem Weg zur Arbeit und auch im Urlaub Müll aufsammeln und dabei für andere ein Vorbild sein. Wir möchten zeigen, wie einfach und wichtig das ist. Oclean hat noch ganz viel vor und jetzt schon Unterstützung von sehr spannenden Kooperationspartnern. Wir freuen uns auf alle, die uns auf dieser spannenden und wichtigen Reise begleiten! #bettertogether #heimathafen


Vielen Dank euch Dreien für eure Zeit und euer Engagement!

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Fluss, Hamburg, Stadt


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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