Anthon Priesemeister Cleanup

Cleanup Konstanz wird Partner: mit einer Person kann alles starten

Kann eine einzelne Person etwas bewirken? Na klar! Das Cleanup Network ist genau so entstanden. Alles beginnt mit einem ersten Schritt. Und genau das hat sich auch Anthon Priesemeister gedacht. Ohne groß Nachzudenken, fing er an, Cleanups zu machen. Ganz allein. Sicher gibt es aber in Konstanz noch mehr Vorbilder, oder? Auf jeden Fall ist Anthon mit seiner Initiative “CleanUp Konstanz” nun offizieller Partner des Cleanup Network. Und ich bin mir sicher, dass es in einem Jahr schon sehr viel mehr sein werden. 🙂

Wie kam es zu dem Projekt “CleanUp Konstanz”?

Anthon: Ganz einfach: Es liegt zu viel Müll in der Öffentlichkeit rum. Das stört mich schon lange. Besonders in der Natur, im Wald oder an den Uferbereichen. Bei Spaziergängen oder Radtouren ist mir das immer wieder aufgefallen und bereits mehr als ein Jahr trage ich den Gedanken in mir rum dagegen etwas zu tun. Dann habe ich ein Plakat des RhineCleanUp`s gesehen, mir gedacht “cool, da mach ich mit” und direkt im nächsten Gedanken “aber warum warte ich bis eine Organisation aus Düsseldorf in meiner Heimatstadt solch eine Aktion durchführt?! Das kann ich selber auch sofort machen”. Und bin am nächsten Tag das erste mal mit Handschuhen und Mülltüte losgezogen um Müll aufzusammeln. Privater RhineCleanUp im Kleinen sozusagen.

Wer organisiert die Cleanups und wer beteiligt sich dabei?

Anthon Priesemeister

Anthon: Bisher nur ich alleine. Anthon Priesemeister. Habe vereinzelt Unterstützung von Passanten bekommen mit welchen ich ins Gespräch gekommen bin. Und eine Freundin war bei einer Aktion gestern mit dabei. Ansonsten ziehe ich bisher immer alleine los.

Gibt es schon eine nächste Putzaktion?

Anthon Priesemeister Cleanup Konstanz

Anthon: Keine großanlegegte Aktion. Ich versuche täglich kleinere oder auch große Aktionen zu machen, da ich aufgrund meiner Arbeitslosigkeit viel Zeit zur Verfügung habe. Das wird sich auch wieder ändern und dann werden sich die Aktionen glaube ich auf das Wochenende beschränken mit mehr Planung.
Ich möchte ein monatliches Plogging-Event etablieren. Sobald ich merke, dass ich hier Zuspruch bekomme und Teilnehmer dafür gewinnen kann werde ich das mitteilen.

Was würdest du dir von der Stadt Konstanz besonders hinsichtlich der Vermüllung wünschen?

Konstanz Cleanup gesammelter Müll

Anthon: Dass die Stadt ihren Slogan (sauberer isch Konstanzerisch) weiter ausbaut und bewirbt. Konsequenter gegen wilde Vermüllung vorgeht. Mehr Müllgefäße sowie Aschenbecher an Sitzgelegenheiten zur Verfügung stellt. Aufklärungsarbeit leistet (gerne mit mir zusammen) um über das Thema und die Folgen daraus zu informieren.

Wünschst du dir Unterstützung von der Stadt Konstanz?

Anthon: Ja. Ich überlege nach jeder CleanUp Aktion von mir wie wir diese Bereiche kenntlich machen können, dass hier gründlich gereinigt wurde und die Leute die sich an den Bereichen aufhalten das besser mitbekommen. Aufmerksamkeit darauf zu lenken ist das Stichwort.

Wie kann man alle Gesellschaftsschichten für dieses Thema begeistern?

System Change

Anthon: Über Berichte in der Lokalpresse, über Infoveranstaltungen/Infostände, Vorträgen an Schulen, CleanUp Aktionen und allgemeine Aufklärungsarbeit was es bedeutet, wenn jemand unachtsam seinen Müll, seine Zigaretten oder sonstiges einfach in die Natur wirft ohne darüber nachzudenken. Ich glaube nur ein kleiner Teil macht es wirklich böswillig, der Großteil aus Bequemlichkeit und weil sie kein Gefühl dafür haben, was es bedeutet seinen Müll in der Natur zur entsorgen. Dieses Gefühl möchte ich gerne wecken.

Was ist das kurioseste, was du bisher gefunden hast?

Anthon: Eine Klobürste war für mein Geschmack das kurioseste was ich alleine gefunden habe. Da frage ich mich wie kommt die aus einem Haushalt in die Öffentlichkeit?! Beim WorldCleanUp Day durfte ich mich mit den Freunden vom BUND Konstanz den Wald angrenzend an die Universität Konstanz säubern. Dort kam auch einiges kurioses zum Vorschein. Das krasseste waren ein Motorroller und Autobatterien die einfach in den Wald geworfen wurden.

Hast du Ideen, wie man das Müllproblem an der Wurzel packen kann?

Anthon Priesemeister

Anthon: Es beginnt bei jedem Einzelnen und seinem Verhalten beim Einkauf. Wir müssen darauf achten weniger in Plastik verpackte Konsumgüter zu kaufen. Keine Lebensmittel, Hygieneartikel oder sonstiges in Plastik verpacktes. Fällt mir selbst teilweise noch schwer aber ich habe es im Fokus und mein Ziel ist es langfristig komplett unverpackt einzukaufen. Einwegplastikartikel dürfen nicht mehr gekauft werden. Wenn sich jeder Konsument darauf einstellt, wird sich auch die Industrie anpassen nur solange wir die Artikel unverändert einkaufen haben die Größeren weniger Anreiz sich umzustellen.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

​​​​​​​Anthon: Ich sende liebste Grüße aus dem Süden Deutschlands an das gesamte Cleanup Network und freue mich Teil dieser Bewegung sein zu dürfen. Gemeinsam verfolgen wir wichtige Ziele und die Arbeit der Mitstreiter sowie der Zusammenhalt in der Gemeinschaft gibt mir viel Energie und Kraft um das Projekt in meiner Heimatstadt Konstanz weiter voran zu treiben. Danke dafür liebes Cleanup Network!


Falls ihr euch auch engagieren möchtet, dann schaut euch doch mal die Idee der #5minutenkehrwoche an. Und wenn ihr in Konstanz seid, dann folgt doch am besten auch gleich dem entsprechenden Instagram-Kanal von CleanUp Konstanz!

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Thomas Venugopal

Thomas Venugopal

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.