[Interview] One Earth – One Ocean – neuer Netzwerkpartner entwickelt Müllsammel-Boote

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Sicher hast du schon mal von dem Projekt „Ocean Cleanup“ gehört. Der junge niederländer Boyan Slat möchte mit speziellen Vorrichtungen das Meer von Plastikmüll befreien. Leider gibt es aus technischen Gründen immer wieder Rückschläge zu vermelden. Unser neuer Netzwerkpartner „One Earth One Ocean“ dagegen ist schon voll dabei. Sie entwickeln spezielle Müllsammel-Schiffe, die bereits im Einsatz sind. In Zukunft soll der Plastikmüll direkt in einem Hauptboot verwertet werden. Deswegen freuen wir uns besonders, One Earth One Ocean in unserem Netzwerk begrüßen zu dürfen. Das Interview habe ich mit Frank Brodmerkel geführt.

Wie kam es zu der Initiative „One Earth – One Ocean“?

one earth one ocean - seekuh

Frank: OEOO (One Earth One Ocean) gibt es seit 2011, sie wurde von Günther Bonin gegründet, der als IT-Unternehmer und Segler vom Müll in den Meeren genervt war und beschloss, sich diesem Thema hauptamtlich zu widmen. Seitdem entwickelt er mit der Maritimen Müllabfuhr eine praktikable und erprobte Lösung, bei der Spezialschiffe den Müll aus dem Wasser fischen und verwerten. Daneben veranstaltet OEOO regelmäßge Cleanups weltweit.

Welche Kompetenzen habt ihr in eurem Team?

Frank: Schiffsbauingenieure, Anlagentechniker, Recyclingspezialisten, Kommunikationsfachleute, etc.

Wie unterscheidet sich euer Konzept von „The Ocean Cleanup“?

Frank: Unser Konzept ist simpel, erprobt und praktikabel. Es kann problemlos überall auf der Welt eingesetzt bzw. kopiert werden. Die SeeKühe, unsere Sammelschiffe, sind zerlegbar und damit transportabel.

Welche Erfolge konntet ihr bisher verbuchen?

Frank: Während andere Ideen in der Erprobungsphase hängenbleiben oder eher Sience Fiction sind, arbeiten wir bereits erfolgreich mit unseren Prototypen.

Ihr möchtet nicht nur Plastikteile aus dem Meer fischen, sondern auch beispielsweise Ölverschmutzungen beseitigen. Wie läuft das ab?

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Frank: Das ist zwar eher ein Randthema, aber mit der Ölbindewatte PURE eines deutschen Unternehmens haben wir in Nigeria erste Säuberungsaktionen an Land und im Wasser durchgeführt. Das Produkt wurde vom Europäischen Patentamt prämiert und kann ein Vielfaches seines Gewichts an Öl aufnehmen, aber kein Wasser – es ist hydrophob. Deshalb wäre es besonders gut geeignet bei Ölkatastrophen, etc.

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Wie finanziert ihr euch?

Frank: OEOO finanziert sich ausschließlich durch Sponsoren und Spenden, wir erhalten bisher leider keine öffentlichen Mittel.

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Wie jeder gemeinnützige Verein, ist auch OEOO auf Hilfe angewiesen. Insbesondere Spendengelder sichern die Arbeit dieser Pioniere. Hier kannst du spenden:

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Beseitigung ist das eine. Vermeidung das andere. Wo seht ihr die Verantwortung bei der Müllvermeidung?

maritime müllabfuhr

Frank: Vollkommen richtig, Müll vermeiden ist der erste Schritt. Aber es befinden sich bereits viele Millionen Tonnen Plastikmüll in der Natur, die entfernt werden müssen. Und bisher hat niemand praktikable Idee, wie das funktionieren soll. Es gilt also, zweigleisig zu fahren und über die Gefahr von Plastik in der Natur aufzuklären und Alternativen zu Kunststoffen aufzuzeigen.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

Frank: Ihr könnt euch gerne ausführlich über OEOO auf unserer Website informieren, wir freuen uns auch über neue Mitglieder.


Vielen Dank für das Interview! Auf der offiziellen Webseite von One Earth One Ocean findet ihr viele weitere Informationen zu diesem Projekt.

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Meer, Nuernberg


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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