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CleanUp Brühl wird Teil unseres Netzwerks – Elisabeth erzählt uns mehr

cleanup brühl

Langsam komme ich nicht mehr ganz hinterher, alle Anfragen mit schnellen Antworten zu würdigen. Im Hintergrund finden die Vorbereitungen statt, das Ganze zu vereinfachen. Seid gewspannt! Doch kommen wir zu unserem heutigen Netzwerkpartner: CleanUp Brühl. Die Initiative wird von Elisabeth koordiniert und hat mir ein paar Fragen beantwortet. Herzlich Willkommen im Netzwerk!

Wie kam es zu der Initiative „CleanUp Brühl“?

Elisabeth: Brühl hat bereits seit Langem eine Facebook-Gruppe, wo Einwohner sich über notwendige oder gewünschte Verbesserungen für die Stadt austauschen können und angeregt über innerstädtische Entwicklung, Stadtpolitik und aktuelle Vorkommnisse in Brühl diskutieren.
Diese Gruppe heißt „Achtet auf Brühl“. Dort hat jemand ein Foto von einer selbstständig durchgeführten Müllsammel-Aktion gepostet und einige recht bunt zusammengewürfelte Personen haben sich unter diesem Posting zusammen gefunden, um gemeinsam
Sammelaktionen auf die Beine zu stellen. Das ist zumindest das, was mir berichtet wurde, beziehungsweise, was ich im Nachhinein nachgelesen habe. Ich selbst war nicht mal Mitglied in „Achtet auf Brühl“ und bin erst einen halben Monat später auf dieses Grüppchen gestoßen, weil ich gerne mal Müll sammeln gehen wollte. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts darüber, dass CleanUp-Gruppen derzeit immer verbreiteter werden und ich wusste auch nichts über das Müllsammeln. Ich habe einfach einer schönen Erinnerung aus meiner Kindheit nachgehangen, wo wir in kleinen Gruppen den wöchentlichen Schulhof-Reinigungsdienst übernommen haben. Daraufhin habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, nochmal so etwas mitzumachen und wurde der Nachrichten-Gruppe der Interessenten hinzugefügt.

Und ein paar Stunden später war ich *schwups* die Gruppenleiterin. Wie sich herausstellte, war zwar eine Menge Tatkraft vorhanden, aber es hatte bis dato an jemandem gemangelt, der eine Struktur aufbaut und die Tatkraft in Bahnen lenkt. Da kam ich mit meiner Organisationserfahrung aus einem meiner anderen Hobbys genau richtig. Anfangs dachte ich noch, ich mache nur eine Facebook-Gruppe auf und das war’s, aber dann war ich plötzlich mittendrin, aus „CleanUp Brühl“ eine richtige Initiative zu gestalten. Ich habe mich ins Thema eingelesen, Kontakt zur Stadt hergestellt und erste Sammeltermine festgelegt. Und auch für Interessierte, die keinen Facebook-Account haben, gibt es über unsere Mailadresse CleanUp50321@gmx.de die Möglichkeit, sich über kommende Termine zu informieren.
Großartige Unterstützung haben wir auch durch die Leiterin der Initiative „CleanUp Erftstadt“ bekommen. Stefanie Schwarz hat uns mit Erfahrungen in Sachen Ausrüstung, Kontakten und Hintergrundwissen zum Thema Müll sammeln einen gewaltigen Vorsprung ermöglicht, den wir sonst vermutlich mühselig durch Versuch und Irrtum hätten herausfinden müssen.

Wer organisiert die Veranstaltung und wer ist die Zielgruppe?

Elisabeth: Die Leitung der Facebookgruppe und die Festlegung der zweiwöchentlichen HauptSammeltermine mache ich, daneben kann aber jede/r eigene Aktionen ansprechen und nach Mithelfern suchen. Dadurch haben sich auch schon ein paar kleinere Aktionen ergeben.
Mitmachen kann im Grunde jeder. Es gibt Termine für Langzeitplaner und
Kurzentschlossene, variable Sammelgebiete – gerne dort, wo es DIR am wichtigsten ist – und bisher hat sich auch für jede Tageszeit jemand gefunden. In einem Stadtteil bildet sich gerade eine Mittagspausen-Sammelgruppe, während die größeren Aktionen wohl eher abends stattfinden werden, weil viele der aktiven Gruppenmitglieder berufstätig sind. Insgesamt sind unsere Aktionen so zwischen 1 ½ und 2 ½ Stunden angesiedelt. Unsere Stärke sind also eher viele kleine Aktionen als wenige große.

Gibt es schon eine nächste Putzaktion?

mülleimer symbol
Elisabeth: Es gibt immer eine nächste Sammelaktion. 😉 Aber genannt werden sollte hier unsere Sammelaktion „Nord-Süd-CleanUp“ am Freitag, den 05. Juli. Da haben wir uns ganz schön was vorgenommen und es wäre toll, möglichst viele Mithelfer dafür zu gewinnen. Durch Brühl fährt eine Straßenbahn und neben der Straßenbahn gibt es durchgängig Fuß-/radwege und/oder Straßen und die haben gemeinsam, dass sie besonderer müllsammlerischer Aufmerksamkeit bedürfen. Diese Wege liegen zentral und verbinden mehrere Stadtteile, da wäre es doch schön, wenn ihnen ein Bisschen Extra-Pflege zu Gute käme. Infos zur Sammelaktion gibt es bei Facebook entweder direkt bei der Veranstaltung oder in unserer Gruppe.

Mit wem arbeitet ihr zusammen?

Elisabeth: Die Stadt Brühl hat mir eine Kontaktperson zur Verfügung gestellt, mit der ich in regem Austausch stehe und von der ich mich wertgeschätzt und gut unterstützt fühle. Natürlich hakelt es noch an der ein oder anderen Stelle, vor Allem in der Kommunikation mit dem Stadtservicebetrieb, der in der Stadt Brühl für die Müllverwaltung zuständig ist, aber wir arbeiten daran und freuen uns über jeden Fortschritt. Unser bisher größtes Anliegen wird noch diskutiert. Es besteht großes Interesse daran, eine Verleihstation für Sammelzangen in der Brühler Touristeninfo „Brühl-Info“ einzurichten. Ich bin gespannt ob und wann sich dieses Anliegen umsetzen lässt.
Davon ab haben wir bisher noch keine festen Kooperationspartner. Nur eine Frage der Zeit ist eine Partnerschaft mit TobaCycle aus Köln, für die wir bereits Zigarettenkippen in separaten Behältern sammeln. Ich strebe darüber hinaus den Kontakt zu örtlichen Einzelhändlern und Gastronomen an. Es gibt eine Menge Dinge, die sich für das Müll sammeln als nützlich erweisen, seien es leere Mayo-Eimer als Sammelbehälter oder Wegzehrung für die Sammler.
Ich bin zuversichtlich, dass wir uns über kurz oder lang über Unterstützung in der ein oder anderen Form freuen dürfen.

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Wo siehst du die Stadt Brühl hinsichtlich der Vermüllung in zehn Jahren?

schloss in brühl
Bild von Darilon

Elisabeth: Brühl ist im Vergleich zu den nahen Großstädten Köln und Bonn ein eher ruhiges Pflaster für Müllsammler. Die gerade erst neu verfasste Gesetzgebung (Stichwort „Brühler Stadtordnung“) leistet dabei sicherlich in Zukunft einen weiteren Beitrag. Darin werden nun mehr müllproduzierende oder verschmutzende Verhaltensweisen in den Bußgeldkatalog aufgenommen und Gastronomen zu mehr Verantwortung für die von ihnen ausgelösten Müllfaktoren herangezogen. Viel von dem Müll, den wir bisher eingesammelt haben, geht meines Erachtens nach gar nicht auf sorgloses Verhalten der Bürger oder sogar mutwillige Verschmutzung zurück, sondern auf die vielen kleinen Malheure, die jedem von uns mal passieren können. Da zieht man mit dem Handy auch ein Taschentuch aus der Tasche, ohne es zu merken, oder ein Bonbonpapier wird vom Wind verweht, sodass man es nicht wieder einfangen kann. Wohl auch ein gewisses Problem bergen die gelben Säcke, in denen hier der Plastikmüll abtransportiert wird. Ist ein Sack nicht ganz verschlossen, geht schon mal etwas fliegen und die Säcke sind auch leider nicht sehr reißfest. Neben diesem schwer vermeidlichen „Versehens-Müll“ gibt es aber natürlich auch in Brühl die gängigen Probleme mit Zigarettenkippen, Fast-Food-Verpackungen und Glasflaschen von Schnaps bis Sekt. Bei dem derzeitigen Engagement in Sachen Müll sammeln und Müllvermeidung sehe ich Brühl auf einem guten Weg und wie gerade erst eine Mitsammlerin schrieb „Brühl wird blitzen vor Sauberkeit“. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Wie kann man alle Gesellschaftsschichten für dieses Thema begeistern?

Elisabeth: In dem man mit gutem Beispiel vorangeht. CleanUp Brühl will nicht belehren oder jemandem zu nahe treten. Wir geben uns Mühe, bei unseren Aktionen niemanden zu behindern, zum Beispiel indem wir auf vielgenutzten Gehwegen nicht im Rudel auftreten und Platz machen, wenn jemand vorbei will und setzen darauf, dass unser Beispiel immer mehr Menschen anregt, selbst weniger Müll in der Umwelt zu hinterlassen oder sogar Mithelfer zu werden.
Wir wollen mit unseren Aktionen auch kein schlechtes Gewissen hervorrufen. Ganz im Gegenteil. Freude an einer sauberen Umwelt ist eigentlich etwas ganz Natürliches und wir haben immer viel Spaß bei unseren Aktionen, da bin ich zuversichtlich, dass wir von ganz allein ansteckend wirken. Und wenn wir erstmal in der Überzahl sind, wird auch der letzte Kippenschnipper begreifen, dass seine Zeit abgelaufen ist. 😉

Hast du Ideen, wie man das Müllproblem an der Wurzel packen kann?

pappbecher bringen mülleimer zum überlaufen
Elisabeth: Müll in der Umwelt hat viele Wurzeln und genauso viele Lösungansätze braucht es, um ihm Herr zu werden. Das Einsammeln kann nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Menschen zu sensibilisieren. Härtere Strafen für Müllsünder sind denke ich ein guter Schritt, aber ebenso braucht es Ideen für all die kleinen und größeren Müllquellen, die vielleicht einzeln nicht ins Gewicht fallen aber in der Masse dann doch einen Unterschied machen. Wenn man wissen will, was zu tun ist, braucht man sich eigentlich nur den gesammelten Müll ansehen. Der ist nämlich überall anders zusammengesetzt. Man schaut sich also an, was man findet, findet heraus, wo es herkommt und kann dann überlegen, wie man die einzelnen Quellen zum Versiegen bringen kann.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

Elisabeth: Seid nicht enttäuscht, wenn eine Stelle, die ihr gerade erst gereinigt habt, kurze Zeit später wieder zugemüllt ist. Seid nicht böse auf die Menschen, die diesen Müll erzeugen. Verbittert nicht, weil es den Anschein hat, ihr arbeitet gegen Windmühlen.
Stattdessen freut euch an der Gemeinschaft mit euren Mitstreitern. Fiebert mit, wenn eure Kommunalpolitik endlich über einen eurer Anträge abstimmt. Genießt das schöne Wetter.
Steht euch gegenseitig bei, wenn das Wetter mal nicht so gut ist – gerade im Regen entstehen oft ganz besondere Erinnerungen. Andere gehen Joggen oder ins Fitnessstudio, wir haben unseren ganz eigenen „Sport“ und der hat sogar noch einen Nutzen für Umwelt und Gesellschaft. Sammelt, weil es EUCH gut tut! Mehr braucht es nicht. 😉


Vielen Dank Alyssa für dein Engagement! Sorgen wir dafür, dass noch mehr Menschen aus Brühl bei euch mitmachen! 🙂

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Brühl, Zigaretten


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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