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[Interview] MeinMain wird Netzwerkpartner

Mit cleanffm bereits einen Netzwerkpartner in Frankfurt. Doch das bedeutet nicht, dass man dort keine weiteren Partnerschaften schließen kann. So ist vor einiger Zeit eine E-Mail von Andreas von MeinMain in meinem Postfach gelandet. Nach einigen hin- und herschreiben war klar: MeinMain wird Netzwerkpartner. Damit ihr auch gleich noch im Detail erfahrt, was es genau mit dieser Initiative auf sich hat, schieben wir noch ein kleines Interview mit Andreas dem Mitorganisator dazu.

Wie kam es zu der Initiative „MeinMain“?

Andreas Bode: Sharkproject hat jedes Jahr am Frankfurter Museumsuferfest einen Infostand zum Thema Schutz der Haie und der marinen Ökosysteme, dadurch haben wir auch eine recht Gute Verbindung zum Sportkreis Frankfurt als Veranstalter eines Teilbereiches des Festes. 2018 hatten wir dann auch unseren Infostand auf das Thema Plastik im Meer erweitert und wir kamen mit dem Sportkreis auf die Thematik Umweltverhalten der Museumsuferfest-Besucher zu sprechen, wie das Ufer des Mains nach dem Fest aussieht. Es wurde dann „einfach“ beschlossen etwas zu tun und mit Absicht eine Woche vor dem Museumsuferfest ein Cleanup organisiert, um den Besuchern einfach zu zeigen, schaut her, so sauber kann das Ufer des Mains aussehen. Sorgt dafür, dass es so bleibt.

Wer organisiert die Veranstaltung und wer ist die Zielgruppe?

Andreas Bode: Veranstalter der Aktion MeinMain ist #cleanffm, eine Initiative der Stabsstelle Sauberes Frankfurt der Stadt Frankfurt für mehr Sauberkeit und mehr Lebensqualität. Zusätzliche Papierkörbe, mehr Personal und häufigere Reinigungstouren, aber auch eine aktive, positiv gestimmte Community, die Frankfurt feiert und die Stadt noch attraktiver gestalten will. Alle Frankfurter, Pendler und Besucher sind herzlich willkommen bei #cleanffm mitzumachen und die Gemeinschaft zu verstärken, weiterzuentwickeln und aktiv mitzugestalten.

Als zweiter Mitorganisator ist der Sportkreis Frankfurt im Boot, der sich als politische Interessenvertretung der Frankfurter Sportvereine versteht und die Interessen der 420 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 235.000 Sportlerinnen und Sportlern vertritt. Denn eine gut entwickelte Vereinslandschaft ist wesentlich für eine lebenswerte Stadt. Bei den Einwohnern Frankfurts wirbt der Sportkreis für mehr Sport und Bewegung. Dabei kommt der gesellschaftspolitische Kontext nicht zu kurz: Zu den Schwerpunkten unserer Arbeit gehören Gesundheit, Integration, Behinderten- sowie Seniorensport.

Sharkproject ist ein weiterer Veranstalter und ist im Grunde die Lobbyagentur für Haie, denn Haie haben keine Lobby. Sie leben in einem unbekannten Universum, dem Meer und ihre Zähne werden von uns instinktiv bedrohlich wahrgenommen. Es war leicht, das Bild der Haie als Monster zu etablieren. Die Evolution hat es gut mit den Haien gemeint, außerordentlich perfekt an das Leben im Meer und das dortige Ökosystem angepasst durch etwa 400 Millionen Jahre stetiger Verbesserung. Und das Meer hat sich ebenso verändert und an diese Top-Prädatoren angepasst. So funktionieren etablierte Ökosysteme. Haie sind eines der wichtigsten Bindeglieder der Meere, unverzichtbar für das Gleichgewicht der Ozeane. Ihre Position hat keine alternative Besetzung – ohne Haie klafft eine Lücke, die sich nicht von selbst wieder füllen wird. Diese Lücke ist wie wenige andere Elemente des Planeten geeignet, das ganze System ins Wanken zu bringen. Die gesunden Ozeane sind jedoch die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Sie sind als Klimaspeicher ebenso essenziell wie als CO2-Senken. Wir brauchen die Meere wie die Luft zum Atmen, weil die Luft zum Atmen zum Großteil aus den Meeren kommt. Hier setzt die Artenschutzorganisation Sharkproject an. Seit 2002 informieren sie über diese Aspekte, suchen die Öffentlichkeit um das Bild des Hais richtigzustellen und die Wichtigkeit genau dieser Arten hervorzuheben.

Als weiteres Team kam nachträglich noch World Cleanup Day Frankfurt dazu. Einmal jährlich findet im September der World Cleanup Day statt. Es handelt sich dabei um eine weltweite Initiative, die lokale Müllsammelaktionen koordiniert, um auf die Verschmutzung unserer Städte und unserer Umwelt aufmerksam zu machen. Da die Ortsgruppe Frankfurt des World Cleanup Day die Aktion MeinMain gerne unterstützen wollte und die Aktion auch nur in einer Gemeinschaft funktioniert, brachte sich der World Cleanup Day als Mitorganisator bei MeinMain ein.

Gibt es schon eine nächste Putzaktion?

cleanffm

Andreas Bode: Putzaktionen gibt es regelmäßig im Stadtgebiet von Frankfurt, dies kann man am besten über die Facebookseite von #cleanffm in Erfahrung bringen. Wir möchten aber MeinMain als sich jährlich wiederholende Veranstaltung etablieren und haben die Aktion mit dem Namen MeinMain auch soweit „neutral“ benannt, um eventuell in den nächsten Jahren auch weitere Anliegerkommunen am Main anzuregen auch in ihren Stadtgrenzen das Ufer des Mains zu säubern.

Mit wem arbeitet ihr zusammen?

Andreas Bode: Wir möchten alle Frankfurter Schulen und Vereine mit einbinden, versuchen alle zur Teilnahme zu aktivieren, denn wir sind alle Frankfurt. Zusätzlich werden natürlich auch alle anderen Frankfurter, die sich beteiligen möchten, über die unterschiedlichsten Kanäle zur Teilnahme angeregt.
Als Unterstützer möchten wir Frankfurter Firmen gewinnen, denn solch eine große Aktion ist auch mit gewissen Kosten verbunden, also würden wir uns über ein gewisses Sponsoring freuen. Wir planen und führen diese Aktion ja schließlich zum größtenteils Ehrenamtlich und in unserer Freizeit durch, für all die Logistik, Durchführung und Entsorgung ist es schon ein großer Aufwand.

Wo siehst du die Stadt Frankfurt hinsichtlich der Vermüllung in zehn Jahren?

Taschenascher

Andreas Bode: Frankfurt ist auf einem guten Weg, es hat sich im Vergleich zu früheren Jahren bereits vieles verbessert. Auch solche Initiativen wie #cleanffm bringt das Thema Sauberkeit in der Stadt ins Bewusstsein der Menschen, es dauert jedoch, bis es ins Bewusstsein aller vorgedrungen ist.

Wie kann man alle Gesellschaftsschichten für dieses Thema begeistern?

Andreas Bode: Es ist nicht einfach. Viele sind schon auf einem guten Weg, aber solange es noch Menschen gibt die „Scheuklappen“ aufhaben und die über manche Dinge nicht nachdenken, wird es schwer alle für diesen Bereich zu begeistern. Normal sollte es eine Selbstverständlichkeit sein.

Hast du Ideen, wie man das Müllproblem an der Wurzel packen kann?

Andreas Bode: Es muss ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, Müllvermeidung muss vorrangig sein. Wenn wir unser Kaufverhalten ändern, dann wird auch die Wirtschaft handeln müssen und die Situation wird sich langfristig verbessern.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Cleanup Network Leser?

Andreas Bode: Wie das Wort Netzwerk schon sagt, gemeinsam kann man es schaffen. Also packen wir es an.


Vielen Dank Andreas, dass du dich so engagierst!

Fluss, Frankfurt, World Cleanup Day


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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