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Diese Initiative aus Hamburg arbeitet hauptsächlich mit Kindern – CUYA wird Teil unseres Netzwerks

Seit einiger Zeit versuchen wir hinter den Kulissen eine Aufräumaktion mit Schulen zu organisieren. Sogar Lehrer/innen haben sich gemeldet und wollten helfen, Kontakt zu Schulen herzustellen. Bedauerlicherweise hat bisher nichts gefruchtet. Und so geht es nicht nur uns – auch die Abfallwirtschaft Stuttgart hat Probleme, an Schulen pädagogische Programme anzubieten, denn man dringt kaum durch. Nun habe ich CUYA entdeckt. Die Abkürzung steht für „Clean Up Your Alster“ und ist in Hamburg beheimatet. Hierbei geht es genau darum: Kinder für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren. Ich war so begeistert, dass ich das Team sofort angeschrieben habe. In dem Zuge hat sich CUYA auch unserem Netzwerk angeschlossen. Pien, ein Teammitglied von CUYA, hat ein paar Fragen von mir beantwortet und zeigt: es ist möglich mit Kindern zu arbeiten. Das motiviert uns dranzubleiben!

Hallo Pien, wer bist du, was ist CUYA und wie kamt ihr dazu?

CUYA ist die Abkürzung von Clean Up Your Alster und wie der Name schon sagt, ist es unser Anliegen, in und um die Alster Müll zu sammeln. Die Ursprungsidee kommt vom Gründer Benjamin, der bei seinen vielfältigen Reisen rund um die Erde nicht nur eine immense Vermüllung beobachten konnte, sondern auch, dass vielerorts Aufräumaktionen stattfinden. Da stellte er sich die Frage weshalb das noch nicht in Hamburg passiert und schon war die Idee geboren.

(...) die Sensibilisierung von Kindern für Umweltthemen war von Anfang an unser größtes Anliegen.Klicken zum Tweeten

Kinder sind unsere Zukunft. Wie bezieht ihr sie ein?

Kinder sind unsere Hauptzielgruppe. Unser Team besteht zu einem großen Teil aus Pädagogen, und die Sensibilisierung von Kindern für Umweltthemen war von Anfang an unser größtes Anliegen. Wir haben verschiedene pädagogische Materialien entwickelt, wie u. a. kinderfreundliche Plakate zum Thema Müllvermeidung und ein Wasserstraßenmodell, welche wir bei unseren Events aufstellen und mit den Kindern interaktiv besprechen. Auch bei der Wahl der Materialien zum Müllsammeln (Kescher, Handschuhe, Eimer) waren Kinder stets dabei, damit vor der Anschaffung sie auf Kinderfreundlichkeit vor Ort getestet werden konnten. Es ist immer wieder faszinierend, wie leicht sich Kinder für das Thema Umweltschutz begeistern lassen und mit wie viel Elan sie gemeinsam mit ihren Familien und Freunden bei unseren Events Müll sammeln.

Habt ihr schon mal ein Projekt oder eine Aufräumaktion mit einer Schule organisiert?

Wir arbeiten mit verschiedenen Kitas und Schulen zusammen. Wir geben unsere Aktionstage einige Monate über unterschiedliche Kanäle im Voraus bekannt damit die Schulen und Kitas sie dementsprechend einplanen und daran teilnehmen können. Genau aus diesem Grund finden einige unserer CleanUp-Events unter der Woche statt.

Wie können wir alle Gesellschaftsschichten für die Themen sensibilisieren?

Uns ist aufgefallen, dass der Ansatz, gerade Kinder für die Themen Umweltschutz und Müllvermeidung einzufangen, bereits große Wirkung zeigt, da sie dies in ihren Familien zurückspiegeln und auch Eltern und Geschwister motivieren können. Ansonsten kann man viel bewirken, indem man einfach herausgeht und anpackt – indem man ein Vorbild ist.

Hamburg ist in Deutschland Vorreiter, was das Thema Müllbekämpfung angeht. Gibt es Punkte, wo du gerne mehr Engagement sehen würdest?

Die Mülltrennung lässt auf jeden Fall noch zu wünschen übrig. So gibt es zum Beispiel bei mir zu Hause Tonnen für Restmüll, Papiermüll und Biomüll. In meiner vorherigen Wohnung nur Plastik- und Restmüll. Wenn es ein einheitliches Trennsystem gäbe, würde nicht nur der Müll transparenter werden, sondern vermutlich auch Themen wie Recyclen und die Verwertung von Biomüll effektiver laufen.

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Von wem wird das Equipment finanziert? Habt ihr finanzielle Unterstützer?

Der Startschuss von CUYA kam durch die Budnianer Hilfe e. V. hier in Hamburg. Wir hatten an einem Gewinnspiel („Wünsch dir was für deinen Stadtteil“) teilgenommen und eine Geldsumme erhalten, um das erste Equipment zu kaufen. Wir konnten uns bislang auch über einige Sachspenden freuen. Wir sind derzeit dabei, einen Verein zu gründen in der Hoffnung, das mit der finanziellen Unterstützung einfacher gestalten zu können.

Was hältst du davon, dass sich die Initiativen vernetzen und welches Potenzial siehst du darin?

Grundsätzlich arbeiten viele Initiativen an gleichen bzw. ähnlichen Zielen. Vernetzung bedeutet, dass nicht mehrere Leute gleichzeitig unabhängig voneinander die gleichen Themen bearbeiten, sondern dass die Kompetenzen und das Wissen gebündelt werden. Außerdem ist es gerade bei CleanUp‘s sinnvoll, sich zu vernetzen, denn je größer die Gruppe, desto mehr Müll wird gesammelt und desto mehr Aufmerksamkeit wird in der Öffentlichkeit erzeugt.

Habt ihr schon eine nächste Aufräumaktion geplant?

Für 2019 haben wir tatsächlich schon einige Aufräumaktionen geplant. Unser großes Opening wird am 07.05.2019 auf der Alsterwiese Schwanenwik starten. Genaue Uhrzeiten werden auf unsere Homepage  oder via Facebook auf jeden Fall bald bekannt gegeben. Darauffolgend wird immer am 7. des jeweiligen Monats ein CleanUp stattfinden. Mal am Kanal, mal direkt auf dem Wasser mit dem SUP und dann am Ende der „Saison“ am 07.09.19 voraussichtlich wieder auf der Alsterwiese Schwanenwik.

Wenn du ein Produkt von heute auf morgen verbieten könntest, welches wäre es?

Natürlich gibt es aus unserer Sicht absolut sinnlose Produkte wie z. B. Plastikbesteck oder diesen Plastikstab zum Umrühren von Kaffee in Bäckereien o. ä. Aber wir sind eher dafür, Alternativen aufzuzeigen! Sensibilisieren, Aufklären, Alternativen schaffen! Sicherlich gibt es auch für den Plastikstrohhalm mal einem sinnigen Grund, ihn anzuwenden, jedoch nur, wenn er anschließend vernünftig entsorgt bzw. recycelt wird. Alternativen wie ein Mehrweg-Strohhalm aus Edelstahl, Bambus Strohhalme etc. oder auch die Erhöhung der Steuer auf Plastik lassen sich natürlich diskutieren.

Hast du noch eine Nachricht an unsere Leser?

Seid ein Vorbild für unsere Kinder, denn wir leben alle auf demselben Planeten und haben die Zukunft in unseren Händen!

 


 

Liebe Pien, vielen herzlichen Dank für dein Engagement und deine Arbeit mit den Kindern. Sie sind unsere Zukunft, daher sollte die gesamte Gesellschaft euch zum Dank verpflichtet sein. Wir werden nun noch mal Versuche unternehmen, auch in Stuttgart etwas Ähnliches zu gestalten. Wenn du Pädagoge bist und Lust hast zu helfen oder deine Expertise einzubringen, dann melde dich doch einfach auf mail@cleanupnetwork.com – wir freuen uns wirklich über jede E-Mail! 🙂

Fluss, Hamburg, Kinder


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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