Kostenlose Taschenaschenbecher aus recycelten Zigarettenresten

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In Bezug auf Nachhaltigkeit gibt es viele Theorien. Man müsste, man könnte, man sollte. Doch die Ideen bleiben auf der theoretischen Ebene verhaftet. Um so wichtiger ist es, ein anschauliches Beispiel in die Praxis umzusetzen. Daher verteilen wir Taschenaschenbecher aus recycelten Zigarettenresten. Kostenlos.

Wertstoff! Nicht Müll.

Taschenaschenbecher aus Zigarettenresten

Ungläubig schauen uns die Menschen an, wenn wir erzählen, dass unsere Taschenaschenbecher (kurz: Taschenascher, noch kürzer: Tascher) aus recycelten Zigarettenresten bestehen. Ja, das geht, denn die Filter bestehen bekanntermaßen aus Kunststoff. Die Produktion haben wir über unseren Partner TobaCycle in Auftrag geben lassen. Und so wird aus vermeintlichem Müll eine Ressource, die wiederverwendet werden kann. Und die darin enthaltenen Gifte, die sich in den Filtern ablagern? Die werden durch ein spezielles Verfahren eingekapselt. Der Gründer Mario Merella erzählt in unserem Interview zu TobaCycle mehr dazu.

Ein effektives Instrument zur Sensibilisierung

Zigarettenkippen an Baum

Wir gehen mit diesen Taschenaschern auf Festivals, an öffentliche Plätze oder bringen sie zu unseren Cleanups mit. Dort sprechen wir gezielt Personen an, die genau in diesem Moment rauchen und fragen, ob wir ihnen einen Taschenaschenbecher schenken dürfen. Bisher hat noch kein einziger Raucher abgelehnt. Nahezu alle Raucher haben interessiert Fragen gestellt. Und so kommt man ins Gespräch. Ein herzliches „Danke“ ist diese Mühe allemal Wert. Zumal auf der Rückseite der Aschenbecher das wohl wichtigste Argument angebracht ist:

Eine Kippe verunreinigt bis zu 40 Liter Grundwasser.Klicken zum Tweeten

Es beinhaltet nämlich, dass der Raucher, der seine Kippen auf den Boden schnippt (und das tun nahezu alle) nicht nur eine Entscheidung für seine eigene Gesundheit trifft, sondern durch das achtlose Entsorgen auch unser aller Grundwasser schädigt. Plötzlich geht die eigene Handlung also doch alle etwas an.

In Kreisläufen denken

Doch es geht um noch viel mehr. Natürlich ist es eine Sensibilisierungsmaßnahme, ein Werkzeug zur Verbreitung unseres Gedankenguts, ein nützliches Utensil und ein Beweis dafür, dass die Filter aus Kunststoff bestehen. Doch ein mindestens genauso wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass man einen Kreislaufgedanken etabliert. Bisher konsumieren wir linear. Kaufen, gebrauchen und ab in den Müll. Bei unseren Taschenaschenbechern zeigen wir jedoch, dass man auch im Kreis konsumieren kann. Kaufen, konsumieren, in den Wertstoffkreis zurückgeben, um wieder etwas Neues daraus zu machen.

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Natürliche Ressourcen schonen

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Der Hintergrund dürfte auf der Hand liegen. Bisher entziehen wir der Erde endliche Ressourcen und verbrennen sie nach dem Gebrauch ziemlich oft. Die Frage, wie lange das noch funktionieren kann, ist keine Neue. Durch geschlossene Kreisläufe können wir diesem gewohnten Gedankengang einen Ausweg bieten. Das Beispiel ist der Taschenaschenbecher. Doch was ist mit den ganzen anderen Produkten und Verpackungen? Auch hier ist ein neues Denken abseits der gewohnten Pfade wünschenswert und möglich. Hier spielen Infrastruktur, Produktdesign, Recyclingverfahren und vieles mehr eine Rolle. Wir müssen also die Spielregeln ändern, damit wir solche neuen Ansätze verwirklichen können. Und damit es greifbarer wird, sind Projekte wie dieses extrem wichtig. Ansonsten laufen wir Gefahr auf der Stelle zu treten und nur auf der theoretischen Ebene zu denken, ohne jemals den ersten Schritt zu wagen.

Was ist eigentlich das Problem mit den Zigaretten in der Umwelt?

infografik zigaretten in der umwelt gifte kunststoff filter
Wir haben schon vor einiger Zeit eine anschauliche Grafik dazu erstellt, was diese kleinen Filter der Umwelt alles anrichten. Hättest du es gewusst? Schau dir jetzt die Infografik zu Zigaretten in der Umwelt an.

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Kampagne, Kreislaufwirtschaft, Recycling, Stuttgart


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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