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Neue Aschenbecher an S-Bahn Haltestellen in Bad Cannstatt

Aschenbecher an Haltegleis

In letzter Zeit führe ich viele Gespräche mit Freunden, die Zigaretten rauchen. Wenn ich ihnen erzähle, was die achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel tatsächlich verursachen, tritt eigentlich immer eine sofortige Einsicht ein. Da habe ich mich gefragt, was man den Verantwortlichen bei der SSB – Stuttgarter Straßenbahnen erzählen muss, damit das Problem zumindest mal anerkannt wird. Während sich die SSB in Schweigen hüllt, kommt die Deutsche Bahn der SSB zuvor und installiert Aschenbecher.

Was ist eigentlich das Problem mit Zigarettenstummeln?

Leser, die diesen Blog nicht regelmäßig aufsuchen, wissen es vielleicht noch nicht. Kippen sind die neuen Plastiktüten – nur schlimmer. Jedes dritte Stück Müll in den Ozeanen ist ein Zigarettenfilter. Die Gifte in den Filtern und die Filter selbst werden von den Flüssen direkt dorthin transportiert und werden von den Fischen aufgenommen. Wir essen die Fische wiederum. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen unserem Verhalten und der Vermüllung der Meere. Aschenbecher an Haltestellen, wo gerne geraucht wird, um die Wartezeit zu überbrücken, könnten einer von vielen Hebeln sein, um die toxikologische Belastung in der Stadt zu minimieren.

Aktivisten, die auf diese Thematik hinweisen wollen, haben selbstgebaute Aschenbecher an Bus-Haltestellen installiert (Cleanup Network berichtete – hier gibt es auch viele Fakten zum Thema Kippenstummel in der Umwelt) – und sie werden gerne genutzt. Meine Anfrage vom 29.08.2018 blieb bis heute unbeantwortet. Eigentlich unverständlich, denn die SBB leistet bereits einen großen Beitrag, dass die Stadt sauberer ist, als wenn alle mit dem Auto fahren würden.

Vier einfache Fragen an die SSB

In der Anfrage hatte ich vier Fragen gestellt, warum sie SSB es so macht, wie sie es macht:

  • Warum möchte die SSB den Menschen, die ihren Müll ordnungsgemäß und sicher entsorgen möchten, keine Möglichkeit dazu anbieten?
  • Was spricht aus Sicht der SSB gegen Mülleimer mit integriertem Aschenbecher, wie überall in der Stadt auch?
  • Welche Maßnahmen trifft die SSB, damit die Gifte (Cadmium, Arsen, Nikotin, etc.) an ihren Haltestellen nicht in die Umwelt gelangen?
  • In Karlsruhe hat man das Problem erfolgreich gelöst. Es gibt ein Nichtrauchergebot mit der Möglichkeit, die Kippe zu entsorgen. Können Sie sich das auch für Stuttgart vorstellen?
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Deutsche Bahn installiert Aschenbecher an S-Bahn-Haltestelle

Nun habe ich an der S-Bahn-Haltestelle Bad Cannstatt diesen neuen Luxus-Aschenbecher gesichtet.

Aschenbecher an Bahnsteig
Deutsche Bahn installiert Aschenbecher an S-Bahn-Haltestelle in Bad Cannstatt (gesichtet am 11.09.2018)

Offiziell geht das auf das Konto der Deutschen Bahn, aber ich konnte auf die Schnelle nicht herausfinden, wer genau für die Sauberkeit auf den S-Bahn-Bahnsteigen verantwortlich ist. Aber da scheint sich ein Verantwortlicher bewusst für die Aschenbecher entschieden zu haben. Die Gesellschaft bedankt sich. Das ist ein Paradebeispiel dafür, dass bestimmte Entscheidungen nicht auf einer konzernübergreifenden Haltung fusst, sondern von einzelnen Personen in bestimmten Positionen abhängt.

Dialog ist alles

Aus meiner Sicht ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Die Installation solcher Aschenbecher sendet ein Signal an die Gesellschaft und bietet Entsorgungsmöglichkeiten an. Es fehlt zwar noch eine begleitende Kampagne, um auf diese Möglichkeiten hinzuweisen und die Menschen zu sensibilisieren, aber man kann ja nicht alles auf einmal erwarten. 😉

Warum wir als eine Initiative, die sich für genau so etwas einsetzt, ignoriert wird, ist nicht nachvollziehbar. Unser Auftreten ist sachlich, lösungsorientiert und gemeinnützig. Wir können keinen Grund für die Behandlung erkennen. Auf der anderen Seite zeigt uns dieses Verhalten, dass noch viel zu tun ist und wir eine Daseinsberechtigung haben. Dialog ist alles. Es wäre schön, sich mit der SSB auf einer sachlichen Ebene damit auseinanderzusetzen. Ich hoffe weiter!

Deutsche Bahn, SSB, Stuttgart, Unternehmen


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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