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Sauberes Stuttgart: Öffentlichkeitskampagne „Stuttgart macht’s rein“ auf dem Schlossplatz

1 Zigarette verseucht 40 Liter Grundwasser

Im August 2017 wurde das Konzept „Sauberes Stuttgart“ angekündigt. Innerhalb des Rahmens für das Konzepts wurde nun die Öffentlichkeitskampagne „Stuttgart macht’s rein“ gestartet. Wenn du das nicht mitbekommen hast, dann wundere dich nicht. Auch wir haben nur durch Zufall davon erfahren. Wir haben einige Fotos und Videos von der Veranstaltung auf dem Schlossplatz und konnten wieder einige Kontakte knüpfen und auch eine Frage an den Oberbürgermeister Fritz Kuhn stellen. Aber der Reihe nach.

Öffentlichkeitskampagne „Stuttgart macht’s rein“ startet

Verpackungsmüll der Deutschen

Über Umwege haben wir davon erfahren, dass die Kampagne heute am Dienstag, den 09.07.2019, auf dem Schlossplatz startet. Sie wurden auf dem Stadtportal angekündigt, auf Facebook eine Veranstaltung erstellt (mit 7 Interessierten) und nun hängen auch schon die ersten Plakate in der Stadt. Das Problem: es hat keiner mitbekommen und teilnehmen konnte wohl auch kaum jemand, denn die Veranstaltung geht von 11 bis 17 Uhr. Zu dieser Uhrzeit arbeiten die Leute oder sind in der Schule. Dementsprechend waren nur Rentner und Kinder da. Die üblichen Pressevertreter waren natürlich auch anwesend und der Bürgermeister selbst auch. Ich konnte ihm sogar eine Frage stellen – dazu aber weiter unten mehr.

Musik, Flyer und Daumenkino

Man muss schon sagen: sie haben sich wirklich Mühe gegeben und keine Kosten gescheut. So gab es beispielsweise einen Bluescreen, auf dem man sein eigenes Daumenkino erstellen lassen konnte, wie man eine Getränkedose in den Müll schmeißt.

Musik

MC Bruddaal

Selfie auch noch mitgenommen

mc brudaall auf schlossplatz

Stahl-Fatal

Postkarten und Flyer

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Daumenkino

Plastik-Figuren

Themenfelder Stuttgart Vermuellung 1
Themenfelder Stuttgart Vermuellung 2
Themenfelder Stuttgart Vermuellung 3
Themenfelder Stuttgart Vermuellung 4

Zusammenhänge zur Verunreinigung der Stadt und Fakten wurden in Form von Plastik-Figuren präsentiert

Verschiedene aufblasbare Plastik-Figuren sollen auf die Eckpfeiler der Kampagne verweisen. Nämlich Zigarettenkippen, Hundehaufen, Verpackungsmüll, Scherben und Wildpinkeln. Das Bild für die Kackhaufen kann ich nicht liefern, denn das war wohl defekt oder hat’s weggeweht.

Interessant ist, dass die Zigarettenkippen ein eigenes Themenfeld darstellen. Ja, Kippen sind ein großes Problem für die Umwelt. Doch unsere Bemühungen, Aschenbecher an Haltestellen zu etablieren, blieb von den Stuttgarter Straßenbahnen bisher unbeantwortet. Pikantes Detail: Fritz Kuhn ist Aufsichtsratsvorsitzender der Stuttgarter Straßenbahnen.

infografik zigaretten in der umwelt

Fritz Kuhn beantwortet Fragen – weicht meiner Frage aber aus

Da ich keine Einladung zur „Pressekonferenz“ erhalten habe, kam ich eher zufällig gerade richtig an. So konnte ich ganz dreist ohne Presseausweis eine Frage platzieren:

„Herr Kuhn, ich höre immer die Worte ‚Sauberkeit‘ und ‚Ästhetik‘. Das Wort ‚Umweltschutz‘ findet man auf der ganzen Webseite nicht. Wie kommt’s?“ Die Antwort war eher ausweichend. Ich kann es nur sinngemäß wiedergeben. Die Kampagne würde jetzt erst gestartet werden und da komme noch mehr. Die Punkte zur Luftreinhaltung würden bereits beackert. Hä?

Ich konnte nur mit der Stirn runzeln, denn die Frage wurde natürlich nicht konkret beantwortet. Nun ja, schauen wir, was noch kommt und geben dem Ganzen eine Chance!

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Hier seht ihr einen Ausschnitt des Interviews des SWR3 mit Fritz Kuhn:

Dem Namen Netzwerk gerecht werden

Und da ich schon dort war, konnte ich gleich noch mit jeder Menge Leute sprechen, während ich meine Mittagspause dafür opfere. So konnte ich mit einem Verantwortlichen der Agentur der Kampagne sprechen und Kontaktdaten austauschen, mit Mitarbeitern der Abfallwirtschaft Stuttgart über Aschenbecher an Mülleimern sprechen, in die es hinein regnen kann und sogar noch ein paar unserer Taschenaschenbecher verteilen.

Recup verzögert sich

pappbecher bringen mülleimer zum überlaufen
Bei den Gesprächen konnte ich außerdem noch raushören, dass sich Recup für Stuttgart, die ebenfalls Teil des Aktionstags sein sollten, gerade Sommerpause haben. Der Start des Mehrwegbechersystems wurde außerdem auf den Herbst verschoben. Schade, in Anbetracht der Tatsache, dass pro Stunde 320.000 Einwegbecher alleine in Deutschland zu Müll werden. Es gilt also weiter Geduld zu behalten.

Webseite „Stuttgart macht’s rein“ ebenfalls gestartet

Auf der Webseite stuttgart-machts-rein.de wird noch mal grob auf die Themen eingegangen. Dort finden sich nahezu die gleichen Informationen wie auf den Postkarten und dem Flyer. Bonus: es gibt einen Schimpfwort-Generator, über den man sich ein T-Shirt generieren lassen kann, welches man mit etwas Glück gewinnen kann. Ob es fair produziert wurde, können wir an der Stelle natürlich nicht prüfen.

Fazit

Lange mussten die Stuttgarter warten, bis endlich die ersten Anzeichen erkennbar werden, dass die Stadt das Müllproblem angehen möchte. Das Themenfeld Umweltschutz wird größtenteils umschifft und die Kommunikation innerhalb der Stadt scheint nicht richtig zu funktionieren. Anders ist nicht zu erklären, dass selbst Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Stuttgart erst letzte Woche erfahren haben, welche Inhalte sie an den Ständen vertreten sollen. Besonders enttäuschend ist, dass lokale Initiativen nicht einbezogen wurden. Mehr als schade ist die Tatsache, dass kein arbeitender Stuttgarter die Chance hatte, an dem Aktionstag teilzunehmen – zwischen 11 und 17 Uhr arbeiten die Leute eben. Im Großen und Ganzen ist das Engagement aber natürlich zu begrüßen und wir hoffen, dass das nur der Anfang war. Wir halten euch auf dem Laufenden!

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Stadt, Stuttgart, Zigaretten


Thomas

Thomas

Auf Cleanup Network setze ich meine berufliche Erfahrung im Online-Geschäft ehrenamtlich und gemeinnützig ein, um meine Mitmenschen für das Thema Vermüllung zu sensibilisieren und mobilisieren. Der Netzwerkgedanke ist der Kern dieser Plattform. Daher freue ich mich über jede Form der Kontaktaufnahme.

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