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[Illustration] Was kommt in die Braune Tonne?

Dieser Artikel ist Teil 2 von 5 in der Artikelserie Mülltrennung

Was in den Biomüll gehört, ist doch ganz klar, oder? Leider wird trotzdem immer wieder Plastik darin gefunden. In Folge drei unserer kleinen Kampagne zur richtigen Mülltrennung beschäftigen wir uns mit dem Inhalt der Braunen Tonne (mancherorts Grüne Tonne).

So wertvoll ist Bio-Abfall

Wenn ich mich ans gemeinsame Kochen mit meiner Mama in meiner Kindheit erinnere, dann denke ich nicht nur an ihren herrlichen Rhabarberkuchen, sondern auch an die Biotonne. Denn schon damals hat sie mir ganz akribisch beigebracht, dass die ungenießbaren Blätter der Pflanze gemeinsam mit anderen Essensresten zu Erde werden. Eine Zeit lang hatten wir sogar einen Kompost, sodass ich selbst sehen konnte wie sich der Bioabfall allmählich zersetzt und anschließend zu Dünger wird.

Inzwischen lebe ich in einem Mehrfamilienhaus in der Großstadt. Einen Kompost gibt es zwar nicht, aber die Braune Tonne steht vor der Haustür. Sie wird in Stuttgart wöchentlich geleert sodass unser Bioabfall in Energie und Dünger umgewandelt werden kann. Wie das funktioniert, hat das Land Baden-Württemberg ganz einfach erklärt:

Doch die Voraussetzung dafür, dass der Kreislauf funktioniert ist, dass wir unseren Bioabfall nicht verunreinigen. Denn immer häufiger öffne ich unsere Braune Tonne vor dem Haus und allerlei Müll darin, der in der Braunen Tonne nichts zu suchen hat.

Das darf in die Braune Tonne

Was darf in die Braune Tonne?

  • Gartenabfälle: Wer im Garten fleißig war darf sein Unkraut getrost im Biomüll entsorgen
  • Lebensmittelreste: Obst- und Gemüseschalen, verdorbene Lebensmittel und sogar altes Fleisch mitsamt Knochen – was wirklich nicht mehr zum Verzehr geeignet ist, darf in die Braune Tonne.
  • Papiertüten und Zeitungspapier bilden eine hervorragende Grundlage für den Biomüll. Klar, wer ausschließlich Papier entsorgen will, sollte dies in der Grünen Tonne tun. Wer aber den üblen Geruch vom Bio-Abfall eindämmen oder eine Grundlage im Behälter schaffen will, der kann Lebensmittelreste in Papiertüten oder Zeitungspapier entsorgen. Eine Schicht zerknülltes Zeitungspapier auf dem Boden der Biotonne beugt übrigens bei Minusgraden das Festfrieren von Bioabfall vor.
  • Kaffee-Pads und Filter gehören in die Braune Tonne. Aber Vorsicht: Manche Kaffeemaschinen laufen immer noch auf Plastik-Kapseln. Die kommen selbstverständlich nicht in den Bio-Abfall.
  • Normale Teebeutel dürfen mitsamt Schnur und Papieranhänger in die Braune Tonne.
  • Heu, Stroh oder Spähne etwa von Haustierkäfigen oder Hausarbeiten dürfen ebenfalls in den Bioabfall
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Das darf nicht in die Braune Tonne

  • Kunststoffe und Plastik haben im Bioabfall genauso wenig verloren, wie sogenanntes kompostierbares Plastik. Die Tüten werden weder in der Vergärungsanlage, noch in der Kompostierungsanlage zersetzt und müssen mühsam herausgefiltert werden.
  • Noch verheerender ist allerdings Mikroplastik. Denn die kleinen Kunststoffteile können häufig nicht gefiltert werden und gelangen mit dem Dünger, der am Ende aus allen Bioabfällen entsteht, in die Umwelt.
  • Deshalb müssen auch die Verpackungen von Gemüse und Obst getrennt werden, bevor sie entsorgt werden.
  • Papiertaschentücher zersetzen sich zwar, aber nur sehr langsam. Benutzte Taschentücher gehören deshalb in den Restmüll.
  • Medikamente dürfen unter keinen Umständen in den Bioabfall.

Warum Mülltrennung so wichtig ist

Ganz einfach: Wer richtig trennt, der hilft der Umwelt. Denn dort, wo Rohstoffe recycelt werden können, sparen wir ein und entlasten das Ökosystem. Zugegeben, das System der Mülltrennung kann manchmal verwirrend sein. Nicht nur jedes Bundesland, sondern auch einzelne Orte haben eigene Regeln (informiert euch im Zweifelsfall unbedingt bei der Abfallwirtschaft vor Ort). Trotzdem: Die Mühe lohnt sich! Denn die Behauptung, dass in Deutschland sowieso alles zusammenkommt und verbrannt wird, ist ein Mythos.

Nachhaltigkeit und Umdenken beginnen bei der Müllentsorgung, die wir jeden Tag im eigenen Haushalt machen. Deshalb informieren wir in den nächsten Wochen über die verschiedenen Mülltonnen, die vor unseren Häusern stehen und hoffen, dass wir etwas Licht ins Dunkel bringen. Dabei gilt natürlich immer: So wenig Müll zu produzieren wie nur möglich, ist die beste Lösung.

Mülltrennung illustriert fürs Cleanup Network

Franzi Zobel auf Instagram

Für unsere Infos rund ums richtige Recycling machen wir gemeinsame Sache mit Franzi Zobel. Die Illustratorin und Designerin aus Stuttgart ist besonders für ihre kreativen Artworks in Sachen Nachhaltigkeit und Natur bekannt und hat uns Illustrationen gezaubert, die sogar das Thema Müll hübsch aussehen lassen. Danke liebe Franzi, für die tolle Zusammenarbeit. Seid gespannt auf die nächsten Beiträge zum Thema Mülltrennung.


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Isabel Mayer

Isabel Mayer

Als angehende Redakteurin liegt es mir sehr am Herzen auf CLEANUP NETWORK über Themen zu schreiben, die heutzutage wirklich wichtig sind. So möchte ich mit meinen Texten auf Müllblindheit und Umweltverschmutzung aufmerksam machen, aufklären und mobilisieren. Denn wo ein Netzwerk wächst, da findet wichtige Interaktion statt und die ist wichtiger denn je.

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